Wenn Schutzwege nicht schützen ...
Sie werden ihrem Namen nicht immer gerecht, sollen Schutz und Sicherheit bieten – das zeigen immer wieder tragische Unfälle auf Schutzwegen. Erst vergangenen Freitag wurde in Fohnsdorf (Bezirk Murtal) ein 65-jähriger Fußgänger gemeinsam mit einer 44-jährigen Frau auf einem Zebrastreifen von einem alkoholisierten PKW-Lenker niedergefahren. Der Mann erlag am nächsten Tag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Und auch in Graz kam es letzte Woche zu einer Kollision zwischen einem PKW und einer Fußgängerin am Schutzweg. Ein 82-jähriger PKW-Lenker übersah die Frau am Zebrastreifen mit ihrer zweijährigen Tochter am Arm. Die 37-Jährige erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf. Ihre Tochter zog sich vermutlich eine Fraktur im Kopfbereich zu und wurde stationär in der Kinderklinik aufgenommen. In diesem Fall verliefen die mit beiden Unfallbeteiligten durchgeführten Alkotests negativ.
3.500 Fußgänger werden im Schnitt jährlich auf Österreichs Straßen verletzt – 1.059 davon auf (zumeist ungeregelten) Schutzwegen! Die Zahl der Getöteten auf Schutzwegen liegt bei durchschnittlich elf Personen pro Jahr.
8 % der Kfz missachten Schutzwege
Trotz der zahlreichen Unfälle zeigen viele Kfz-Lenkende keine Anhalte-Bereitschaft vor ungeregelten Schutzwegen, wie eine aktuelle KFV-Erhebung zeigt. 8 % der Kfz fahren einfach weiter, obwohl zu Fuß Gehende eindeutig signalisieren, einen Schutzweg überqueren zu wollen. In mehreren Fällen kam es auch zu Beinahe-Unfällen.
Risiko bleibt
Grundsätzlich gilt: Sobald jemand signalisiert, einen Schutzweg überqueren zu wollen, dürfen die zu Fuß Gehenden von den Fahrzeug-Lenkenden weder behindert noch gefährdet werden. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV): „Fußgänger sollten aber nicht auf ihren Vorrang bestehen, wenn eine Situation gefährlich erscheint.“
Zusätzlich rät der Verkehrsexperte zu heller und reflektierender Bekleidung. Denn: 41 Prozent aller Verkehrsunfälle mit verletzten Fußgängern passieren generell bei Dunkelheit oder schlechter Sicht.
Trotz aller Risiken hält das KFV fest: Schutzwege bieten nach wie vor ein deutlich höheres Sicherheitsniveau im Vergleich zur Überquerung einer Fahrbahn an anderen Stellen.







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