Österreich-Pavillon als Urin- und Fäkal-Spektakel

Verantwortlich dafür ist nicht irgendwer, sondern die radikalste Künstlerin Europas – die Österreicherin Florentina Holzinger. Sie ist durch ihre Arbeiten, Performances, vielfach international ausgezeichnet, also hoch dekoriert als Kunst-Aktivistin in Europa. Der grüne Werner Kogler gab als Kulturminister im Jänner 2025 bekannt, den Biennale-Auftritt Holzingers (9. Mai bis 22. November 2026) mit 600.000 Euro zu fördern. Eine seiner letzten Aktivitäten vor seinem „Ausscheidungsprozess“ aus der Regierungsverantwortung.

Die Eröffnung der Biennale ist diese Woche am 9. Mai. Florentina Holzinger hält sich noch bedeckt, wie deftig, nackt und ekelig bis unerträglich ihre Performance im Österreich-Pavillon sein wird. Aber man kann davon ausgehen – es wird dem Publikum „ganz starker Tobak“ serviert.

Knappe Wasserressourcen

„Florentina Holzingers Arbeiten greifen Themen auf, die viele Menschen betreffen, etwa den menschlichen Körper oder unser Verhältnis zu Umwelt und Technik. Gerade mit Blick auf Orte wie Venedig wird auch deutlich, wie sehr Themen wie Klimawandel und knappe Wasserressourcen unsere Gegenwart prägen“, lautet die Stellungnahme gegenüber oe24.

Wiens Aktionismus im Kopf

Florentina Holzinger spielt bewusst mit den Grenzen und deren Weitung an den Rand des Erträglichen. Hochkultur prallt auf Entertainment, Tanz wird mit Akrobatik, Kampfsport, Stunt und Splatter (Anm.: Horrorfilm-Genre) lustvoll-provokant amalgamiert.

Nacktheit scheint obligat, Selbstverletzung erwünscht, womit sich Holzinger auch in die Nachfolge des Wiener Aktionismus (Anm.: Günter Brus, Peter Weibel, Valie Export, und Co) einreiht. Ihre Arbeiten sind, wenn man sich darauf einlässt, bildgewaltig sinnliche Grenzerfahrungen, geradezu bewusstseinserweiternd, abstoßend und packend zugleich. (Kronen Zeitung, online, 3. Mai 2026).

Nur ein Detail: Der Plan für „Seaworld Venice“ im Österreich-Pavillon – Mobile WCs für Besucher, deren Inhalt in riesige Container fließt: Als Schwimmbecken für die Künstler. Das alles wird mit 600.000 Euro gefördert. Beruhigungs-Pille aus dem Kulturministerium: Alles in geklärtem und aufbereitetem Wasser



Bis zum Unerträglichen

Das Medieninteresse, der Mediensturm nimmt bereits mächtig Fahrt auf. Kunst, in welcher Darbietung und Form auch immer, darf/muss auch unerträglich sein dürfen. „Aber doch nicht mit 600.000 Euro Steuergeld“, schimpfen die einen. „Warum nicht?“, kontert die Minderheit.

Das Wichtigste ist Europas radikalster Künstlerin Florentina Holzinger bereits gelungen. Nämlich die internationale Aufmerksamkeit der Kunst- und Kulturwelt, aber auch der Politik und durch ihre Inszenierung die Beschäftigung mit dem Umweltthema.

Wie heißt’s so poesievoll im weltweit bekanntesten Walzer aus Wien: „Die Donau so blau, so blau, so blau ...“


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