Einer geht – ein anderer steigt auf
So schnell geht das in der Politik. Zwei aktuelle Beispiele, die das anschaulich machen.
Letzte Woche hatte es noch Rückendeckung der FPÖ für den steirischen ORF-Stiftungsrat Thomas Prantner gegeben. Seine „Leistungsbilanz als Stiftungsratsmitglied“ spreche dafür, dass er das könne, sagte Landeshauptmann Mario Kunasek. Gestern (5.5.) dann hat es von der gesamten Opposition aus SPÖ, KPÖ, Grünen und Neos einen Schulterschluss gegeben, harsche Kritik für Kunaseks Rückendeckung. In der Folge ist der Druck offensichtlich zu groß geworden und Prantner legte seine Funktion als Stiftungsrat selbst zurück. Damit konnte Kunasek sein „Gesicht wahren“.
In einer Aussendung heißt es, Kunasek habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen. „Da Prantner der Stiftungsrat aller Steirerinnen und Steirer ist, dieser jedoch mit Widerständen von weiten Teilen der Landespolitik konfrontiert war, sehe ich die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Interesse des Landes nicht mehr gegeben. An seinem Rückzug sollten sich auch andere Stiftungsräte am Küniglberg ein Beispiel nehmen.“
Vom jüngsten Bürgermeister zum VP-Klubobmann
Das zweite Anschauungsbeispiel kommt nicht ganz unerwartet. Nachdem August Wöginger nach dem erstinstanzlichen Schuldspruch in der Postenschacher-Causa als Klubobmann seine Funktion zurückgelegt hatte, wurde der Steirer Ernst Gödl vom VP-Bundesparteivorstand zum neuen Obmann des ÖVP-Parlamentsklubs gewählt.
Ernst Gödl wurde 1971 in Graz geboren und ist auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen. 1995 war er mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs. Weitere Stationen: Bis 2014 Bürgermeister und dann bis 2025 Vizebürgermeister von Zwaring-Pöls, 2000 bis 2010 Landtagsabgeordneter, 2014 bis 2017 Bundesrat und seit 2017 im Nationalrat.





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