Hightech-Champion AT&S in Leoben im Aufschwung
Es sind die zwei Seiten einer Medaille. Einerseits erreichen uns im Land praktisch täglich Hiobsbotschaften darüber, dass in Unternehmen hunderte Arbeitsplätze verloren gehen. Nicht zuletzt durch die Entwicklung und Anwendung der Künstlichen Intelligenz. Die andere Seite der Medaille: Es gibt auch Gewinner. AT&S, einer der wenigen österreichischen Hightech-Champions in der digitalen Welt ist einer davon. Schon 150 neue Jobs am Headquarter und Forschungszentrum in Leoben-Hinterberg. Dort sind 1.760 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit sind es mit den Werken in Asien rund 13.000.
Verständlich erklärt, was IC-Substrate vom ATS-Forschungschef Hannes Voraberger sind
Ein Blick in die Geschichte mit steirischen Wurzeln
1990 – Gründung der E+E Leiterplattenholding als Muttergesellschaft der drei Betriebsstätten AT&S Fehring, AT&S Fohnsdorf, AT&S Leoben. 1994 – Privatisierung und Zuschlag an die Bietergruppe Androsch-Dörflinger-Zoidl. 1995 – Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, Verschmelzung der Eumig mit der Steirischen Elektronik und später mit der AT&S Leoben. Und von da an ging es stark bergauf. 2002 war der Produktionsstart im neuen AT&S Werk in Shanghai (China) AT&S-Chef Hannes Androsch. Dieser verstarb bekanntlich im Dezember 2024.
Mit den am Forschungsstandort Hinterberg ab 2013 entwickelten IC Substraten stieg AT&S als Player in die Top-Liga der Hightech-Welt auf. IC-Substrate verbinden die Mikrochips mit der Leiterplatte, auf der die Speicher, Stromversorgung und andere wichtige Systemkomponenten untergebracht sind.
Verständlich erklärt es Hannes Voraberger, Leiter der R&D-Abteilung von AT&S (Research & Development – Forschung und Entwicklung): „Wenn man ein elektronisches System mit einem menschlichen Körper vergleicht, dann ist der Chip eigentlich nur das Hirn. Das Hirn alleine kann nicht viel. Es braucht Blutbahnen, die es mit Energie versorgen. Es braucht Nervenleitungen, die die Signale irgendwohin bringen und es braucht Strukturen – ein Skelett. Und genau das liefern die Substrate. Sie sind die Nervenleitungen, die Blutbahnen und das Skelett.“
Voraussetzung für die Produktion der IC-Substrate ist die absolute Reinheit – also absolute Staub- und Keimfreiheit, vergleichbar mit den Erfordernissen in der Raumfahrt. Mit dem steigenden Einsatz von KI wächst klarerweise auch der Bedarf an IC-Substraten als essenzielle Bauteile für neue Cloud- und KI-Applikationen. Und so investiert man bei AT&S in die Kapazitäten: Die Reinraumfläche wird von 760 auf 2.300 m² verdreifacht.







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