Lawinenwarnstufe 1 heißt NICHT, dass KEINE Gefahr besteht

Restrisiko bleibt immer – kann auch zum Tod führen

Gleich sieben Menschen mussten am vergangenen Wochenende nach Lawinenabgängen ihr Leben lassen – vier im Großarltal im Salzburger Pongau und drei im Murtal in der Steiermark (wir berichteten). Alle späteren Opfer waren mit Notfallausrüstung ausgestattet – Lawinen-Ortungsgeräte (LVS), Sonden, Lawinenschaufeln und Helme. In Salzburg waren es sogar Teilnehmer einer Tour im Rahmen des „regulären Winterausbildungsprogramms“ des Alpenvereins mit einem erfahrenen Bergführer.

Also keine mangelhaft ausgerüsteten und unerfahrene Tourengeher. Wie kann so etwas dennoch passieren? Bei einer Ausbildungstour? Gerhard Mössmer vom Alpenverein betont heute im Ö1 Mittagsjournal, dass man nie gefeit ist vor Lawinen.

Beim Unglück in der Steiermark war es Lawinenwarnstufe 1 und in Salzburg auf 2. Insgesamt gibt es fünf Stufen. „Gefahrenstufe 1 heißt aber nicht, dass keine Lawinen abgehen können“, stellt Mössmer klar.

Die Lawinenwarnstufe selbst sei nur ein Teil des Lawinenlageberichts. Dieser setzt sich zusammen aus Stufe, Problemen und Gefahrenstellen bzw. der Beschreibung. Es sei daher wichtig, nicht nur auf die Stufe herunter zu reduzieren und eben genauer hinzusehen. Denn ein gewisses Restrisiko bleibe immer.

Jede Sekunde zählt

In den ersten zehn bis fünfzehn Minuten nach einem Lawinenabgang habe man eine relativ hohe Überlebenswahrscheinlichkeit, so Mössmer. Wobei die Kameradenrettung  bei einem Unglück an oberster Stelle stehe. „Wir üben und trainieren das ja auch ständig im Rahmen unserer Ausbildungskurse.“ Sich einen Überblick verschaffen und handeln. Sofort. „Das ganze Ablaufschema muss man quasi im Schlaf beherrschen, weil eben jede Sekunde zählt.“ Zumal es eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten ist, also extremer Stress heißt es. Und je öfter man übt, desto könne besser man mit den Gerätschaften umgehen. Das LVS-Gerät heraus holen, in den Suchmodus übergehen und wenn möglich einen Notruf absetzen.

In dieser Saison hat es laut Alpinpolizei in ganz Österreich 13 Lawinenopfer gegeben (bis 18. Jänner) – Tourengeher, zwei Variantenfahrer und ein Wanderer. Die meisten Lawinenunglücke würden sich bei Stufe drei ereignen. Dass die Gefahr allerdings exponentiell ansteige, habe der eine oder andere nicht so am Schirm ...

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