Klare Absage zu Preisdeckel bei Lebensmitteln

Heimische Land- und Forstwirtschaft lässt aufhorchen

Mit bewegenden und sehr nachdenklichen Botschaften machen die heimischen Bäuerinnen und Bauern auf ihre harte Realität aufmerksam. Eine von der Landwirtschaftskammer initiierte landesweite Informationskampagne auf Großplakaten verstärkt diesen alarmierenden Weckruf.

Heimische Landwirtschaft ist Sicherheitsfaktor für Bevölkerung, doch Herausforderungen sind gewaltig. „Unsere vielfältige, nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaft ist selbst in turbulenten Zeiten – russischer Angriffskrieg, voranschreitende Energie-/Preis-/Klimakrise, Corona-Pandemie, unterbrochene Lieferketten – ein verlässlicher Sicherheitsfaktor für die heimische Bevölkerung. Doch die Herausforderungen für die heimischen Bäuerinnen und Bauern sind riesengroß“, sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher.

Die davon galoppierenden Produktionskosten und die zu geringen Produktpreise, die verstärkt verlangten externen Bewirtschaftungs-Einschränkungen und die immer höheren, sich blitzartig ändernden marketinggetriebenen Standards bringen die heimische Land- und Forstwirtschaft in ärgste wirtschaftliche Bedrängnis. Eine langfristig sichere Versorgung hänge am seidenen Faden, so Titschenbacher.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern wollen motiviert und nicht frustriert, zukunftsfit und nicht perspektivenlos ihre wichtige Aufgabe als Lebensmittelversorger verrichten. Doch dazu brauchen sie ehrliche Wertschätzung und dauerhaft höhere Preise. Die Politik ist gefordert, die regionale Produktion zu ermöglichen und die internationale Abhängigkeit bei Lebensmitteln und Energie zu reduzieren.“

„Jegliche Preisdeckel bei Lebensmitteln gehen am Ziel vorbei“

„Preisdeckel bei Lebensmitteln, Mehrwertsteuer-Senkung, Preiskommission und amtliche Lebensmittel-Preisregelung sind so ziemlich die schlechtesten Mittel zur Teuerungsbekämpfung“, erteilt Titschenbacher solchen populistischen und wenig durchdachten Vorschlägen eine klare Absage. „Jegliche Preisdeckel gehen am Ziel vorbei, haben den Zündstoff unsere Landwirtschaft nachhaltig zu schädigen und die Klimakrise unnötig zu befeuern.“

Denn Billigstprodukte würden importiert, unsere hochqualitativen Lebensmittel müssten exportiert werden. Letztlich führt das zu einem eingeschränkten Warenangebot, erst recht steigenden Preisen und zu dauerhaft hohen staatlichen Preisstützungen. Geld, das in der Bildungs- und Gesundheitspolitik fehlt. Titschenbacher plädiert daher, Menschen mit wirklich geringem Einkommen direkt zu helfen. 

„Schein-Ökologisierung durch Green Deal“

Die EU plant mit dem Green Deal unter anderem eine 50-prozentige Senkung beim Pflanzenschutzmittel-Einsatz und eine 20-prozentige Reduktion bei Dünger. „Diese Schein-Ökologisierung ist ein Angriff auf unsere klein- und mittelstrukturierten Betriebe, hat das Zeug eine Ernährungskrise und Schließungswelle der Höfe zu provozieren. Sie öffnet Tür und Tor für anonyme Billigst-Importe aus Nicht-EU-Staaten, die um 40 Prozent steigen würden“, ist die Vizepräsidentin Maria Pein alarmiert.

Konkret zeigen Studien über die Folgenabschätzung des Green Deals, dass die Bauerneinkommen bei unverhältnismäßig hohen Auflagen im Schnitt um 16 Prozent, die landwirtschaftliche Produktion um zehn bis 20 Prozent, teils sogar um bis zu 30 Prozent zurückgehen und die Lebensmittelpreise für die Bevölkerung um zwölf bis 17 Prozent steigen. Pein: „Solche fatalen ideologie-getriebenen Pläne erschüttern die Grundfesten der heimischen Versorgung. Dazu darf es nicht kommen!“

Gehör verschaffen

Die Sommer-Kampagne der Landwirtschaftskammer mit 650 Großplakaten und Transparenten, die bis Ende September in allen Teilen der Steiermark affichiert sind, ist ein Weckruf an die Bevölkerung, den Handel, die Lebensmittelverarbeiter und an die Politik. Damit wolle man sich Gehör in der Öffentlichkeit verschaffen, so Kammerdirektor Werner Brugner.

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