KLIPP am Punkt
Diese hilft in Graz im heurigen Bürgermeister-Wahljahr auch der Politik gegenüber übereifrigen Vereinspräsidenten. Denn mit der Krise wird eines glasklar: Nicht ein Stadion-Umbau für zumindest 70 Millionen Euro (!) entscheidet über Siege und Meistertitel sowie Europareife, sondern es sind völlig andere Ursachen.
Eine davon ist die Voraussetzung für eine gute Nachwuchsarbeit. Und mit einer 8-Millionen-Euro-Förderung haben die Stadt Graz und das Land Steiermark für den 16 Millionen Euro teuren Neubau der Jugendakademie als Trainingszentrum einen guten Boden gelegt.
Der jüngste Vizeweltmeistertitel in der U17 in den Emiraten zeigt, dass dies der vernünftigere, erfolgreichere und auch kostengünstigere Weg ist als der ungezügelte Einkauf von irgendwelchen, meist unbekannten Legionären. Dieser internationale Erfolg zeigt auch, dass in den Vereinen bereits ausgezeichnete Nachwuchsarbeit geleistet wird. Es ist weiters kein Zufall, dass in der U13 heimische Jugendteams bei internationalen Turnieren (z.B. in Florenz oder auf der Britischen Insel) immer wieder in die Endrunde aufsteigen.
Nur beim SK Sturm werden derartige Erfolge in der Kampfmannschaft für die Admiral Bundesliga kaum sichtbar. Warum? Weil den Trainerteams offensichtlich der Mut fehlt, junge Talente in der Meisterschaft einzusetzen. Nur bei Verletzungen von meist ausländischen Legionären bekommen sie vereinzelt eine Chance. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sind Namen wie Luca Weinhandl, Jacob Peter Hödl oder Leon Grgić. Und so ist das im Sport: Für die Nachwuchsspieler ist die Vereinskrise die große Chance für den Start in eine erfolgreiche Profi-Karriere. Sie kommen von der Ersatzbank und stehen plötzlich zurecht im Mittelpunkt.
Negatives Beispiel in Graz
Dass nur der verletzungsbedingte Ausfall von in Europa zusammen gekauften Legionären (meist wenig bis gar nicht bekannt) oder Budgetnöte heimischen, jungen Spielern eine Chance eröffnen, beweist auch die Statistik der Admiral Bundesliga. Und da ist der SK Sturm ein negatives Paradebeispiel: In den 32 Spielen der Meisterschaftssaison 2024/25 kamen heimische Spieler (Österreicher) auf 5.108 Einsatzminuten. Das sind nur 16,26 Prozent (!) und damit der niedrigste Wert aller Klubs. Sogar Salzburg liegt darüber.
Bei den österreichischen U22-Spielern sind es bei Sturm nur 910 Einsatzminuten. Auch bei diesem Wert überflügeln die Bullen aus Salzburg Sturm mit 3.400 Einsatzminuten. Im Vergleich dazu der Bundeslegist Hartberg: 22.707 Einsatzminuten (71,97 Prozent) und bei U22-Spielern 7.176 Einsatzminuten. Auch in den Saisonen davor waren die Prozentsätze ähnlich. Folgende Tabellen ergeben ein klares Bild:
Auch auffällig: Sturm II war (ebenfalls mit Legionären) in den letzten drei Saisonen in der Zweiten Liga mit 16 Vereinen zwei Mal nur 13.(!) und in der Saison 2024/25 Achter.
Interessant ist auch der Bundesligadebüt-Award für die jüngsten Nachwuchsspieler. Bei Sturm in der Saison 2024/25 waren es Arjan Malic, Konstantin Schopp, Jacob Peter Hödl und Peter Kiedl. Der TSV Hartberg war mit sechs Spielern vertreten, der GAK mit vier Spielern.
Dass die Bevölkerungszahl eines Landes nicht allein für sportliche, internationale Erfolge entscheidend ist, zeigen jüngst Dänemark als Handball-Europameister, -Weltmeister und -Olympiasieger, aber auch schon Fußball-Europameister sowie unser südlicher Nachbar Kroatien: mehrmals in Fußball und Handball im Finale von Europa- und Weltmeisterschaften. Und auch Slowenien mit 2,1 Millionen Einwohnern – weniger als Steiermark und Oberösterreich zusammen – ist im Sport europaweit erfolgreich.
Mehr Infos und Details unter:
https://www.oefbl.at/de/die-liga/geschaeftsberichte
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