Nadelstich und Provokation gegenüber Koalitionspartner SPÖ

Bald-LH Christopher Drexler über sein neues Team: „konkurrenzlos“

Der designierte Landeshauptmann Christopher Drexler stellte am Dienstag, den 21. Juni mit Werner Amon seinen Nachfolger und Spezi aus Zeiten der Jungen ÖVP als neues Mitglied in der Landesregierung vor. Bei dieser Präsentation kam es zu einem offensichtlich gezielten Nadelstich in Richtung des Koalitionspartners SPÖ. Noch-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, so heißt es, hätte sich zu einem solchen verbalen Ausritt nicht hinreißen lassen. Sein Team sei „konkurrenzlos“, formulierte Drexler, stets um eine markante, pointierte Ausdrucksweise bemüht, im Zusammenhang mit Werner Amons Nominierung zum Landesrat.

Christopher Drexlers Aussage löste Unverständnis in den Büros des Koalitionspartners, aber auch in der SPÖ selbst, aus. Ein steiermarkweit bekannter SPÖ-Landespolitiker sarkastisch: „Meint Drexler mit dem Ausdruck ,konkurrenzlos’ die Rolle von Werner Amon in der seinerzeitigen Telekom-Affäre?“

Die Sache liegt exakt zehn Jahre zurück. Werner Amon, heute 53, in der Vergangenheit auch ÖAAB-Generalsekretär, geriet ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft Wien. Diese ermittelte in der Telekom-Spendenaffäre, welche in Österreich ein politisches Erdbeben ausgelöst hat. Amon soll nach Aussage des damaligen Telekom-Vorsitzenden Michaelis in einem „Bettel-Brief“ um Inserate für die ÖAAB-Zeitschrift „Freiheit“ gebeten haben. Die Telekom überwies dem ÖAAB daraufhin 10.000 Euro als „Druckkostenbeitrag“. Laut Ermittlungen der WKStA gab es keine Gegenleistung. Der ÖVP-Abgeordnete Amon, damals auch Fraktionsführer der ÖVP im Korruptions-Untersuchungsausschuss, reagierte folgendermaßen: Das sei „Polit-Justiz“, weil ihn die Staatsanwaltschaft Wien als Beschuldigten und nicht, wie sonst in solchen Fällen üblich, als Zeuge führe. Ein bis heute bekanntes „Ritual“ von Politikern, dass diese bei Ermittlungen der Justiz gegen ihre Zunft und sich selbst sofort das Wort „Polit-Justiz“ in den Mund nehmen.

Die Ermittlungen und der Verdacht gegen Werner Amon lösten in den großen heimischen Tagesmedien und in den sozialen Netzwerken beträchtliches Echo aus. Knapp ein Jahr später wurden die Ermittlungen aber wegen fehlender Beweise eingestellt.

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