Keine Chance, trotz „Lebensretter“ am Körper
Die siebenköpfige Gruppe war bestens ausgerüstet: Alle trugen Lawinen-Ortungsgeräte (LVS), Sonden und Lawinenschaufeln sowie Helme – die Standard-Notfallausrüstung für Skitourengeher. Und dennoch hatten sie keine Chance. Drei tschechische Skitourengeher – zwei Männer (46, 50) und eine 35-jährige Frau – starben beim Lawinenunglück am Schönfeldspitz (2.202 m) im Pusterwald im Murtal.
Die Gruppe aus unterschiedlichen Teilen Tschechiens war bei der Abfahrt kurz unter dem Gipfel von einem Schneebrettlawinenabgang erfasst worden. Die Opfer wurden in ca. 1 Meter Schneetiefe vollständig verschüttet, lagen weit voneinander entfernt.
Am Samstag (17.1.) gegen halb fünf Uhr am Nachmittag hatten Zeugen des Unglücks die Rettungskräfte alarmiert. Insgesamt 150 Helfer und Einsatzkräfte rückten aus. Die Verschütteten konnten zwar lokalisiert und teilweise ausgegraben werden, aber für sie kam jede Hilfe zu spät. Vier weitere Begleiter, die nicht unter die Lawine geraten waren, sind von den Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und erstversorgt worden. Vor Ort war auch ein Kriseninterventionsteam.
Die schlechten Witterungsbedingungen – Nebel, Wind, Dunkelheit – verzögerten die Bergung auf Sonntagmorgen. Rund 50 Einsatzkräfte – Bergrettung, Alpinpolizei, Polizeihubschrauber-Besatzung – bargen die Leichen nach 500 Höhenmetern Fußmarsch mit Bergeausrüstung und Tourenski. Das Zufliegen der Hubschrauber zur Lawine war eben aufgrund des starken Windes nicht möglich.
Enrico Radaelli von der Bergrettung: Auch der Abtransport sei eine Herausforderung gewesen. 300 Meter mussten die Leichname abgeseilt werden, bis Alpinpolizisten und Bergretter den eingerichteten Zwischenlandeplatz für die Hubschrauber erreichten. Weiter nach oben hätten sie aufgrund der Witterung nicht sicher fliegen können“, so Radaelli. Die Verunglückten wurden in weiterer Folge vom Distriktsarzt untersucht.“
Auch wenn die Lawinenwarnstufe mit „mäßig“ eingestuft worden war, zeigen die Ereignisse, wie tückisch und unberechenbar alpine Gefahren sein können: Selbst erfahrene Tourengeher mit kompletter Notfallausrüstung haben keine Garantie auf Überleben, wenn Schneemassen mit großer Wucht abgehen. Hans Ebner, Leiter der Alpinpolizei im Innenministerium: „Das Problem ist, dass die Lawinengefahr schwer einzuschätzen ist. Es sind auch erfahrene Skitourengeher und Profis, Bergführer etwa, betroffen. In dieser Saison hat es laut Alpinpolizei in ganz Österreich 13 Lawinenopfer gegeben (bis 18. Jänner) – Tourengeher, zwei Variantenfahrer und ein Wanderer. Die meisten Lawinenunglücke würden sich bei Stufe drei ereignen. Dass die Gefahr allerdings exponentiell ansteige, habe der eine oder andere nicht so am Schirm.







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