Nicht die Bodenhaftung verlieren
Nach 28 Jahren ist Österreich also endlich wieder einmal bei einer Fußball-WM dabei. Mit 48 Teams die größte. In der Vergangenheit waren es 32. Gespielt wird daher am amerikanischen Kontinent „grenzübergreifend“ in den USA, Kanada und Mexiko.
Im legendären Aztekenstadion in Mexiko City gibt es am kommenden Donnerstag (11. Juni) das Eröffnungsspiel vom Co-Gastgeber Mexiko gegen Südafrika.
Es sind 48 Nationen bei dieser WM, die alle von großen Zielen träumen. Mit Ralf Rangnick hat Österreichs Team eine gute Entwicklung genommen. Noch vor zehn Jahren waren wir Österreicher im Fußball international nicht wirklich vorhanden. Den Spielern hat es einfach an Auslandserfahrung gefehlt. Heute zeigt ein Blick auf die Kaderliste, wo die Spieler in Europa unter Vertrag stehen. Das ist dann doch eine andere Welt.
Es gibt Hoffnung
Der Gipfel dieser Entwicklung ist nun Österreichs Auftritt bei der WM 2026. Die Gruppe mit Jordanien, Algerien und dem dreifachen Weltmeister Argentinien ist eine echte Challenge. Doch ein Blick zurück auf die Auslosung bei der EM 2024 sollte Hoffnung machen. Österreich hatte seine Gruppe mit Ex-Weltmeister Frankreich, dem ewigen Geheimfavoriten Niederlande und den Polen gewonnen und ist dann unglücklich gegen die Türkei ausgeschieden.
Wir brauchen uns also vor niemandem mehr verstecken. Das Team unter Ralf Rangnick spielt einen guten Fußball und hat sich, wie die Ergebnisse zeigen, entwickelt.
Die Euphorie bei den heimischen Fans soll und muss sein. Aber es ist logischerweise nicht alles Gold, was jetzt glänzt. Daher ist eines auch ratsam: Man darf die Bodenhaftung nicht verlieren. Sobald wir uns für ein Großereignis qualifiziert haben, glauben viele in Österreich, wir schaffen es zumindest unter die letzten Vier oder gar ins Finale. So ist es nicht. Diese Finalspiele werden unsere Teamspieler – leider – wie zig Millionen andere vor dem TV-Schirm verfolgen müssen.
Als AKTIVER wird nur ein Österreicher auch im Finale dabei sein. Der gebürtige Steirer Heimo Schirgi hat im Weltfußballverband die Aufgabe des Turnierdirektors der WM. Er startete seine Karriere – allerdings nicht auf dem Rasen – beim SK Sturm.
PS: Es dürfte allerdings schon zu spät sein, sollte ein heimischer Fan sich durch ihn als Landsmann Tickets dafür erhoffen.
JL









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