Steirer Franz Lackner bleibt „Moderator“ der Bischöfe

Bischofskonferenz-Vollversammlung in Mariazell wählte ihn erneut zu ihrem Vorsitzenden

Erzbischof Franz Lackner (69) wurde am Dienstag (9.6.) bei der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Auch der Linzer Bischof Manfred Scheuer (70) wurde als stellvertretender Vorsitzenden der Bischofskonferenz wiedergewählt.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist kirchenrechtlich gesehen kein „Oberbischof“ und hat daher auch keine Befugnisse, in die vom Kirchenrecht klar geregelten und sehr umfassenden Kompetenzen der Diözesanbischöfe einzugreifen. Formal ist er nur ein auf sechs Jahre gewählter Vorsitzender eines Gremiums, das relativ wenige Eigenkompetenzen hat. Freiwillig und somit einstimmig können die Diözesanbischöfe jedoch die Themenbereiche ausdehnen, die sie österreichweit verbindlich regeln wollen, was auch immer wieder geschieht.

Großes Gewicht in der österreichischen Kirche

Der Vorsitzende leitet laut Statut die Vollversammlung der Bischofskonferenz, die er zuvor einberufen und mit Unterstützung des Generalsekretärs vorbereitet hat. Seine Aufgabe ist nach innen mehr die eines Moderators unter den Bischöfen, gleichzeitig ist er nach außen Stimme und Gesicht des österreichischen Episkopats (Gesamtheit aller Bischöfe einer Kirche oder eines Landes, von griechisch episkopos = Aufseher). Weil zu seinen Kompetenzen auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat gehören, hat der jeweilige Vorsitzende der Bischofskonferenz real ein großes Gewicht in der österreichischen Kirche.

Geboren „in der Hölle“

Franz Lackner wirkte bis zum Jahr 2013 in der Diözese Graz als Weihbischof. Lange Zeit dachte man, dass Franz Lackner der logische Nachfolger des mittlerweile emeritierten Bischofs Egon Kapellari sein werde. Franz Lackner, der sich selbst als Spätberufener bezeichnet, wurde in St. Anna am Aigen geboren und die Gegend heißt dort, wo sein Elternhaus steht, „in der Hölle“.

Seine Berufung nach Salzburg als Erzbischof galt damals als große Überraschung. Der sportliche Geistliche – er nahm an Marathon-Läufen teil und bekennt sich als Sturm-Fan – ist Mitglied des Franziskaner-Ordens. In seinem Amt als Erzbischof von Salzburg hatte er doch einige Anpassungshürden zu überwinden. Franz Lackner ist ausgesprochen bodenständig und ein Erzbischof, der den Kontakt zu den Gläubigen sucht.

KLIPP führte mit ihm vor Jahren ein längeres Gespräch – auch über aktuelle, heikle Themen in der Katholischen Kirche.

Lesen Sie auch:

Manchmal denke ich, ich bin in einem Film
Ein Spätberufener: „Zu Gott ist mir nix eingefallen“

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert