Koralmbahn: Einsatzkräfte üben den Ernstfall

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Koralmbahn steht kurz vor der Inbetriebnahme. Ab 16. September ist das Ticketing „scharf geschalten“. Bevor die ersten Züge ab 14. Dezember 2025 unterwegs sein dürfen, heißt es aber noch fleißig üben und einschulen. Die Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Neben einer Vielzahl an Schulungsfahrten startet jetzt die letzte große Übungsphase mit allen Einsatzorganisationen.
In den kommenden Wochen werden verschiedenste Szenarien unter realen Bedingungen geprobt. Besonders im Fokus sind dabei der Koralmtunnel sowie die Unterflurtrasse im Bereich Feldkirchen.

Ziel ist es, die Hilfs- und Einsatzkräfte mit den neuen Tunnelanlagen und Einrichtungen so vertraut wie möglich zu machen. Die Übungen dienen außerdem dazu, Abläufe zu testen und das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzorganisationen zu gewährleisten.
Auch spezielle Gerätschaften und Fahrzeuge kommen dabei zum Einsatz: Am Programm stehen unter anderem Testfahrten mit dem ÖBB „Servicejet“ – ein Rettungszug der neuesten Generation. Er kann beispielsweise einen doppelten Railjet abschleppen, rund 300 Personen evakuieren, verfügt über Löschwassertanks mit 40.000 Litern und hat eine Schutzbelüftung.

Darüber hinaus wird auch der Einsatz von Drohnen im Tunnel getestet. Sie sollen die Lage schnell erkunden und Bilder in Echtzeit zur Einsatzleitung übertragen.
Die Übungen sind ein wichtiger Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes entlang der Koralmbahn. Insgesamt flossen rund 15 Prozent der gesamten Investitionskosten in die Sicherheit. Dazu zählen Notausgänge, Löschwasserleitungen, Belüftungen, Notrufsäulen, Branddetektoren, Zufahrtsmöglichkeiten für Einsatzkräfte und Kommunikationssysteme.

Speziell der Koralmtunnel gehört mit seinen zwei Röhren zu den modernsten und sichersten Eisenbahntunnel der Welt. In der Tunnelmitte wurde zwischen den beiden Fahrtunnel eine rund einen Kilometer lange dritte Röhre als unterirdischer Evakuierungs- und Rettungsbereich errichtet. Dort können Fahrgäste im Anlassfall auf Einsatzkräfte und Rettungszüge warten, die auf beiden Seiten stationiert sind.
Graz-Klagenfurt in 45 Minuten
Die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt ist Teil der neuen Südstrecke und eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Ihr Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Nach der Inbetriebnahme am 14. Dezember 2025 verkürzt sich die schnellste mögliche Verbindung zwischen den Landeshauptstädten auf rund 45 Minuten.
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