Sprit-Schock treibt E-Auto-Boom an

Steirer steigen um: Stromer in drei Jahren verdoppelt

Die Steiermark fährt zunehmend elektrisch. Seit Ende 2023 hat sich die Zahl der Elektroautos im Land verdoppelt. Mit August waren bereits 38.313 Stromer zugelassen, wie aktuelle Daten der Statistik Austria zeigen. Seit Jahresbeginn sind rund 6.500 dazugekommen.

Boom trifft auf neue „Realität“ an Tankstellen

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten treiben die Ölpreise weiter nach oben – damit bleibt auch der Spritpreis ein Unsicherheitsfaktor für Autofahrer. Experten rechnen sogar damit, dass sich der Preis für Benzin und Diesel früher oder später in Richtung drei Euro bewegen könnte.

Noch attraktiver werden Elektrofahrzeuge logischerweise dann, wenn der Strom für das Auto von der eigenen Photovoltaikanlage kommt.

Zwei Drittel Firmenwagen

Ein großer Hebel zur Erhöhung der Zahl der Elektroautos sind Unternehmen. Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sind es sogar rund 80 Prozent, informiert der VCÖ. Der Gedanke dahinter: Steigen Unternehmen stärker auf E-Autos um, kommen diese nach einigen Jahren auch als Gebrauchtwagen auf den Markt und werden damit für Privatkäufer interessant. Der VCÖ fordert deshalb eine Reform der Firmenwagenbesteuerung. Benzin- und Diesel-Firmenwagen sollen ihre steuerlichen Vorteile verlieren.

Wie schnell sich der Markt verändern kann, zeigt der Blick auf andere Länder. In Österreich sind heuer rund 25 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Dänemark bereits rund 80 Prozent. Dort wird der Umstieg vor allem über die steuerliche Behandlung von Verbrennern und E-Autos gesteuert.

Und auch der heimische Gebrauchtwagenmarkt reagiert bereits auf die hohen Spritpreise: Laut ORF stiegen die Anfragen nach gebrauchten E-Autos auf willhaben im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 80 Prozent.

38.313 Stromer sind also erst der Anfang. Bleibt der Sprit teuer, dürfte der Umstieg auf Strom für immer mehr Steirer zur ernsthaften Alternative werden.

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