Stürzen mit dem e-Bike

… auf Tour durch die Salzburger Fuschlseeregion. Alles gut ausgegangen.

Nur, weil man Fahrradfahren kann, heißt das nicht, dass man auch Mountainbiken kann. Das wurde mir im Rahmen unserer Recherche-Reise nach Hintersee im Salzburgerland ziemlich „nachhaltig“ bewusst. Habe ich doch „an g’scheitn Stern g’rissn“. Aber dazu später und hier nur soviel: Alles ist gut ausgegangen.

Eine Reportage von Isabella Hasewend

„Ich bin der Franz“, begrüßt uns der Mountainbike-Guide, bereits im passenden Radler-Outfit, vor dem hoteleigenen KTM-e-Mountainbike-Verleih vom DAS Hintersee der Familie Ebner. Franz Mayer ist als „Staatlich Geprüfter Mountainbike-Instructor“ mit seiner eBike Academy selbstständig und steht den Hotelgästen mit seiner Kompetenz und über 25-jährigen Erfahrung in Sachen Mountainbiken zur Seite.

„Ja, zwei Mal, aber hauptsächlich auf Asphalt“, antworte ich auf seine Frage nach unserer Erfahrung in Sachen eMTB (e-Mountainbike). Meine Nachbemerkung „so richtig im Gelände noch nie“ wohl etwas zu leise. Denn wie sich später noch herausstellen wird, ist das Fahren im Gelände eine völlig andere Disziplin. Wie ja auch beim Autofahren mit einem SUV im Gelände und auf der Straße.

Nach einer Vorstellungsrunde hat rasch jeder sein passendes Bike erhalten und Franz erklärt uns die wesentlichsten Punkte, worauf es beim Mountainbiken ankommt. Etwa auch, wie die sogenannte „Vario-Sattelstütze“ funktioniert, bei der sich der Sattel mittels Schalthebel am Lenker vor und während des Fahrens in der Höhe verstellen lässt.

„Fixe“ Mountainbike-Touren gibt es zwei Mal die Woche vom Hotel aus. Wie auch heute und so schließen sich unserer Journalisten-Gruppe zwei Hamburger Gäste an. „Eigentlich steht die Route zum Wolfgangsee am Programm, aber weil wir eben auch Anfänger dabei haben, machen wir einen Tour hier in der Region und zum Fuschlsee“, so der Franz. Also los!

Unweit vom Hotel geht es mit unseren Bikes auf einer Schotterstraße in Richtung Hintersee, einem idyllisch gelegenen (Bade-)See. Nach einer Weile fahren wir auf einen kleinen Waldweg – aber relativ flach – dahin. Ich gewöhne mich langsam an das Mountainbike und komme einigermaßen gut zurecht.

Bis … es dann zum ersten Mal bergab geht. Da wird mir gleich klar: Schnell fahren ist das Eine, aber Bremsen das Andere. Wie ja auch beim Autofahren – Schnellfahren kann jeder. Und so fühle ich mich beim Begabfahren – da vor allem in Kurven – eher unsicher im Sattel, bin ein wenig ängstlich.

Auf einer kleinen Asphaltstraße bleibt genug Platz zum Nebeinanderfahren und Franz erklärt uns die richtige Bremstechnik, wann man die Hinter- und wann die Vorderbremse betätigen sollte und wann beide. „Entscheidend ist auch die Blickrichtung in den Kurven, immer dorthin schauen, wo du mit dem Bike hin willst.“ Leichter gesagt, als getan, wie ich finde. Zumal für mich vor allem auch  die erhöhte Sitzposition am Mountainbike ungewohnt ist. Wie auch die zumeist vor allem im Gelände nötige hohe Trittfrequenz, um gut über Wurzeln oder durch Matsch zu kommen.

Puh! Ich merke schnell – da ist ganz schön viel Technik nötig beim Mountainbiken. Klar also, dass richtiges Bremsen, Bergabfahren und das Verhalten in Kurven auch Gesprächsthema bei unserer Mittagspause sind. Im Hotel Jakob am Fuschlsee stärken wir uns nach gut drei Stunden im Sattel für die Weiterfahrt am Nachmittag zurück in Richtung Hintersee.

Etliche Kilometer fahren wir auf einer Schotterstraße bergab dahin, die sich dem Berghang entlang schlängelt. Ich achte darauf, mittels Bremsen meine Geschwindigkeit einigermaßen zu drosseln. Vor mir eine Rechtskurve. Und da passiert es. Vielleicht war ich unkonzentriert und bestimmt auch unsicher, habe die Bremsen „verwechselt“, in der Kurve die Vorderbremse betätigt. Ich rutsche weg und komme zu Sturz.

Mein rechtes Schienbein blutet. Kurzer Schock. Doch dann stehe ich auf und begutachte meine Blesuren – auch an der Hand. Franz eilt herbei und leistet erste Hilfe. Zum Glück sind es nur Abschürfungen, die zuerst ärger ausgeschaut haben. Und wenig später sitze ich auch schon wieder im Sattel und wir radeln zurück zum Hotel. Dort ist jetzt erst einmal Entspannung angesagt. Ich lege mich auf die Terrasse und erhole mich von der Aufregung. Mein Fuß schmerzt ein wenig und ich bin mir unschlüssig, ob ich am nächsten Tag überhaupt auf’s Bike kann. 

„Alles klar, bei der Hand habe ich nur ein Pflaster drüber gegeben“, entgegne ich meinen Kollegen beim Frühstück. Ich gönne mir noch einen Cappuccino und ein Stück von Oma Erikas Kakao-Kuchen. Die Sonne scheint und ich freue mich auf das bevorstehende eMTB-Fahrtechniktraining.

Was wäre, wenn wir dieses gestern gemacht hätten? Nicht zuletzt, da unsere Gruppe in Sachen Fahrrad ja erfahren ist und Dienstag immer eine Tour am Programm steht, wurde es diesmal eben auf den zweiten Tag verschoben. „Möglicherweise hätte dadurch dein Sturz verhindert werden können“, philosophiert auch der Franz, als wir am Hotelparkplatz einige Fahrübungen in der Gruppe machen. Hätte, könnte, … man weiß es nicht.

Und so konzentriere ich mich auf die Übung. Es kann doch nicht so schwer sein, einen Tennisball während der Fahrt an einen Kollegen zu übergeben … eine ganz schöne Challenge. Bei Franz sieht das alles so leicht aus. Aber gut.

Weiter geht’s zum hoteleigenen 2.000 Quadratmeter großen Bike-Übungsgelände. Franz zeigt vor, wie man die einzelnen Hindernisse des Parcours bewältigt und gibt anschließend Tipps und Tricks, wie auch wir das schaffen. „Natürlich könnt’ ihr auch um jedes Hindernis herum fahren, wenn ihr es euch nicht zutraut“, lächelt er. Ich nehme die Herausforderung an und komme auch ganz gut durch. Es fängt an Spaß zu machen, sodass wir mehrmals über den Parcours fahren.

Am Nachmittag steht heute eine eher kurze Tour auf die Genneralm an. Oben genießen wir die herrliche Aussicht und die frisch gemachten Pofesen. Die einfache Süß-Speise aus Weißbrotscheiben heißt bei uns in der Steiermark „Arme Ritter“ und schmeckt einfach herrlich.

Nachdem wir auch die „Abfahrt“ zurück ins Tal problemlos gemeistert habe, genießen wir die das kühle Nass des Hintersees und lassen die vergangenen Tage Revue passieren. Einfach schön war’s – sind wir uns alle einig. Und ich bin um einige Erfahrung reicher. Sehe jetzt immer klar vor mir: links  die Vorderbremse und rechts die Hinterbremse. Und … Mountainbiken ist nicht gleich „normales Radfahren“, macht aber immens Spaß, wenn man weiß, wie’s richtig geht ...

Hier noch ein "Rundgang in Bildern" durch die Chalets vom DAS Hintersee:
(Fotos: DAS Hintersee / Leopold)
Weitere Infos zum Hotel der Familie Ebner

Fotos: DAS Hintersee / Leopold

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