Diamantenes Priesterjubiläum in Stift Rein

Pater August Janisch feierte 60 Jahre als Priester

Erzbischof Franz Lackner feierte in St. Anna am Aigen seinen 70. Geburtstag mit einem Festgottesdienst (wir berichteten). Ebenfalls mit einem festlichen Gottesdienst feierte Pater August Janisch im Stift Rein sein diamantenes Priesterjubiläum. Die vollbesetzte Basilika und der anschließende Empfang im Klosterhof zeigten eindrucksvoll, wie viele Menschen der Lebensweg des Jubilars berührt hat.

Vom Kaplan zum Zisterzienser

Schon in der Volksschule stand für den 1942 geborenen Janisch fest, dass er Priester werden wollte. Nach der Ausbildung im Bischöflichen Knabenseminar und dem Theologiestudium in Graz empfing er am 10. Juli 1966 im Grazer Dom durch Diözesanbischof Josef Schoiswohl die Priesterweihe.

Seine ersten Jahre als Seelsorger führten ihn von 1966 bis 1969 als jungen Kaplan nach Hitzendorf. Nach einer Station als Religionslehrer und Erzieher wirkte P. August ab 1980 zwei Jahrzehnte lang als Pfarrer in Hartberg. In diese Zeit fiel auch das schwerste Kapitel seines Lebens: Wegen seines Engagements für geflüchtete Menschen wurde er 1993 Opfer des Briefbombenattentäters Franz Fuchs. Trotz schwerer Verletzungen blieb sein Lebensmotto unerschüttert: „Man sollte anderen auf Augenhöhe begegnen, egal welche Religion sie haben oder welche Sprache sie sprechen. Sich Zeit nehmen und zuhören, das ist für jeden wichtig, für einen Priester umso mehr.“

Ein neuer Weg mit Ende 50

Nach einer überstandenen Krebserkrankung kam Pater August im Jahr 2000 zur Erholung nach Stift Rein. Die Kraft des gemeinsamen Chorgebets und das Leben in Gemeinschaft bewogen ihn dazu, sich noch einmal ganz neu zu berufen: 2001 trat er als Novize in das Zisterzienserstift ein, 2005 folgte die feierliche Profess. 

Unermüdlicher Einsatz für das Stift

Seither ist sein Tatendrang aus dem klösterlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dass heute ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen jährlich Tausende Gäste durch die Räumlichkeiten führt, ist ebenso sein Verdienst wie die Konzeption zahlreicher Ausstellungen seit 2003. Seiner Initiative ist zudem die sorgsame Renovierung der historischen Prunksäle sowie der Basilika zu verdanken.

Ein besonderes Herzensprojekt bleibt die Rettung der Stiftsbibliothek: Durch ein von ihm ins Leben gerufenes Patenschaftsmodell konnten bereits rund 500 beschädigte „Buchpatienten“ restauriert und für die Nachwelt erhalten werden. Sein jüngster Erfolg: Die Eröffnung des Stein.Zeit.Museum in Kooperation mit den Universalmuseum Joanneum im Herbst 2025.

Der Jubilar selbst blickt in großer Bescheidenheit auf seinen bewegten Lebensweg zurück: „Ich bin froh im Rückblick auf diese 60 Jahre, dass ich damals dem Ruf Gottes gefolgt bin. Viele meiner Talente konnte ich für die Menschen einbringen und die Frohbotschaft Jesu an vielen Orten einsetzen.“

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