Hitze-Mythen, die Leben kosten können
Die anhaltende Hitzewelle auch in der Steiermark bringt nicht nur schlaflose Nächte, sondern auch ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich – und die werden vielfach unterschätzt. Eine aktuelle Studie von KFV zeigt, dass gefährliche Hitze-Mythen in Österreich weit verbreitet sind – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.
Die überraschendsten Erkenntnisse aus der aktuellen Studie
Hitze ist die tödlichste Naturgefahr in Österreich
Viele unterschätzen das Risiko massiv: Während Hochwasser oder Sturm als bedrohlicher gelten, ist Hitze laut Gesundheitsdaten tatsächlich die tödlichste Naturgefahr im Land – mit hunderten Todesfällen pro Sommer. Besonders brisant: Viele sehen Hitze eher als „unangenehm“, nicht als akutes Gesundheitsrisiko.
Junge Erwachsene sind stärker betroffen als gedacht
Das Bild vom „fitten, hitzeresistenten jungen Menschen“ stimmt nicht. Fast die Hälfte der hitzebedingten Gesundheitsprobleme betrifft laut Studie die 18- bis 29-Jährigen. Hitze belastet also nicht nur klassische Risikogruppen, sondern auch junge, aktive Menschen deutlich.
Männer unterschätzen das Risiko im Auto besonders
Ein gefährlicher Irrtum: Viele glauben, Klimaanlage im Auto mache alles sicher. Gleichzeitig sehen vor allem Männer häufiger kein Risiko, Kinder oder Tiere kurz im Auto zu lassen – obwohl sich Fahrzeuge in Minuten in lebensgefährliche Hitzefallen verwandeln.
Ventilatoren und Innenjalousien sind überschätzt
Zwei weit verbreitete Irrtümer im Alltag:
- Ventilatoren kühlen nicht den Raum, sie bewegen nur heiße Luft und senken die Temperatur nicht.
- Innenjalousien bringen deutlich weniger als Außenbeschattung, obwohl viele glauben, sie seien gleich wirksam.
Das führt dazu, dass Wohnungen oft unnötig weiter aufheizen.
Versteckte Gefahr: Mobile Klimageräte + Gasthermen
Kaum bekannt, aber potenziell gefährlich:
Die gleichzeitige Nutzung von mobilen Klimaanlagen und Gasthermen kann bei schlechter Belüftung zu einem Rückstau von Kohlenmonoxid führen – ein ernstes, oft unterschätztes Risiko im Haushalt.
Kinder überhitzen extrem schnell
Ein besonders kritischer Punkt: Kinder können sich 3- bis 5-mal schneller überhitzen als Erwachsene. Schon wenige Minuten im geparkten Auto können lebensgefährlich werden – selbst bei geöffnetem Fenster.
Experten warnen vor unterschätztem Risiko
„Hitze wird nach wie vor unterschätzt“, warnt der Umweltmediziner und Ökologe Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien. Erstaunlich und besorgniserregend ist dabei, dass selbst Menschen aus den Risikogruppen ihr eigenes Risiko häufig unterschätzen. Sie sind nach wie vor der Meinung, dass sie davon wenig betroffen sind. Da liegt noch viel Arbeit vor uns, hier ein Bewusstsein aufzubauen: Kommt es nämlich zu einer Überhitzung der Kerntemperatur, wirkt die Hitze auf den Körper wie Fieber. Ab 40°C Körperkerntemperatur beginnen Zellschäden; ab 42°C droht der Hitzetod – auch bei eigentlich gesunden Personen.“








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