Heißes Wasser aus 4,5 km Tiefe für halben Grazer Wärmebedarf
Mit dem gemeinsamen Geothermie-Projekt „Tiefenkraft“ wollen OMV und Energie Steiermark die Wärmewende in der Steiermark entscheidend vorantreiben. Gestern (2.7.) präsentierten die Projektpartner den Fahrplan für die nächsten Jahre.
Suche nach heißem Wasser
Der Bohrstart ist – vorbehaltlich aller Genehmigungen – für Ende dieses Jahres vorgesehen. Die Bohr- und Testphase soll drei bis vier Monate dauern. In 4,5 Kilometern Tiefe wird nach heißem Wasser gesucht.
Das Geothermieprojekt bringt für Graz vor allem drei zentrale Vorteile:
- Es liefert nahezu CO₂-freie Grundlastwärme und ersetzt damit einen großen Teil fossiler bzw. emissionsintensiver Wärmequellen.
- Es erhöht die Versorgungssicherheit, da Geothermie wetterunabhängig und langfristig stabil verfügbar ist und Graz damit unabhängiger von Energieimporten und Preisschwankungen wird.
- Es ermöglicht mit bis zu 670 GWh pro Jahr – rund 50 Prozent des Fernwärmebedarfs im Großraum Graz – eine strukturelle Dekarbonisierung des gesamten Fernwärmesystems.
Nutzen des Energiewerks Graz
Dieses, so heißt es, erfüllt eine komplementäre Funktion: Es nutzt die ohnehin notwendige thermische Verwertung von Restmüll und erzeugt daraus gleichzeitig Fernwärme und Strom (Kraft-Wärme-Kopplung). Allerdings nicht vollständig CO₂-frei. Das Energiewerk sorgt für Entsorgungssicherheit. Damit stabilisiert sich das Gesamtsystem der Energieversorgung in Graz. Bis zum Jahr 2037 soll durch Geothermie langfristig der Umstieg auf klimafreundliche Grundversorgung ermöglicht werden.
Eine Bürgerinitiative und Anrainer fordern noch mehr Transparenz und wirklichkeitsnahe Daten für die 250 Millionen Euro teure Energiewerk-Investition. Gerade auch in Hinblick auf den erwähnten Nutzen des Geothermie-Projekts.
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