Cremes: Schutz vor Sonnenbrand, aber nicht vor Hautkrebs

Frühes Erkennen und Verhalten im Alltag haben großen Einfluss auf Verlauf

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart bei hellhäutigen Menschen – ausgelöst durch ein Zusammenspiel aus genetischen Veränderungen und vor allem UV-Strahlung. Die Haut als rund 2 m² großes Schutzorgan ist ihr täglich ausgesetzt, Schäden entstehen oft über Jahre unbemerkt.

Erika Richter, Dermato-Onkologin an der Medizinischen Universität Graz und Vorstandsmitglied der Österreichischen Krebshilfe Steiermark: Die Mehrzahl aller Hauttumoren sind gutartige Hauttumoren, die meist im Alter auftreten und für den Menschen zwar kosmetisch störend, aber harmlos sind (wie z.B. Alterswarzen).

Echte Hautkrebsarten teilen sich jedoch in zwei Hauptgruppen: „weißer Hautkrebs“ (Hautkarzinome) und das deutlich gefährlichere maligne Melanom („schwarzer Hautkrebs“).

Weißer Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) wächst meist lokal zerstörend, streut aber selten. „Typisch sind glänzende Knoten mit Randgefäßen oder schuppende, leicht blutende Verhornungen, oft an stark sonnenexponierten Stellen“, erläutert Erika Richter.



Beim Melanom zählt Tempo

Es beginnt oft als unscheinbarer, unregelmäßig gefärbter Fleck, kann aber rasch knotig werden und metastasieren. Früh erkannt ist es meist gut behandelbar. Insgesamt ist Hautkrebs einer der wenigen Arten, bei denen frühes Erkennen und Verhalten im Alltag den Verlauf massiv beeinflussen können.

Kontrolle nach ABCDE-Regel

A wie Asymmetrie. B wie Begrenzung. C wie Colorit (Farbe) – ungefährliche Muttermale sind hell- bis dunkelbraun. D wie Durchmesser – bei Melanomen mindestens 5 mm. E wie Erhebung – Knotenbildung bei Melanomen.

Sonnenschutz kein „Freifahrtschein“

„Diese einfachen Regeln sollten Ihnen ein wichtiger Hinweis, jedoch kein Ersatz für einen Arztbesuch sein“, betont Erika Richter. Und spricht einen oft unterschätzten Punkt an: Sonnenschutz ist kein „Freifahrtschein“. Cremes schützen vor Sonnenbrand und Hautalterung, aber nicht mit letzter Sicherheit vor Hautkrebs. Zudem gehen bis zu 80 % der Schutzwirkung nach dem Abtrocknen verloren  – konsequentes Nachcremen ist entscheidend.

Und nicht zuletzt gilt: UV-Schutz im Alltag. Wird die „gefährlichste Zeit“ zwischen 11 und 15 Uhr gemieden, kann die UV-Belastung deutlich reduziert werden ...

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