Rennstrecke Gaberl. Serie von Biker-Unfällen reißt nicht ab.

Nicht angepasste Geschwindigkeit und Übersehen von Motorrädern als Hauptursachen

Mitten in der Motorradsaison häufen sich in der Steiermark erneut schwere Motorradunfälle. Allein am vergangenen Wochenende kam es auf der Gaberlstraße in der Weststeiermark zu mehreren folgenschweren Unfällen. So fuhr ein 80-Jähriger mit seinem Motorrad auf das Fahrzeug eines vorausfahrenden 52-Jährigen auf und musste mit Verletzungen unbestimmten Grades ins UKH Graz eingeliefert werden.

Ein 20-Jähriger verlor aus bislang ungeklärter Ursache in einer Kurve die Kontrolle über sein Motorrad, stürzte und erlitt schwere Verletzungen. Bereits am Freitag kollidierte zudem ein 63-jähriger Motorradfahrer in Edelschrott mit einem entgegenkommenden Pkw. Wie am Sonntagabend bekannt wurde, erlag der Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Einmal mehr zeigt sich, wie hoch das Risiko für Bikerinnen und Biker insbesondere auf kurvenreichen Landesstraßen ist. Bereits vor Beginn der Motorradsaison hatte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) darauf hingewiesen, dass sich der Trend zur steigenden Zahl von Motorradunfällen auch 2026 fortsetzen könnte.

Geschwindigkeit und Übersehen zählen zu den größten Risiken

Als häufigste Ursachen nennt das KFV nicht angepasste Geschwindigkeit sowie das Übersehen von Motorrädern durch andere Verkehrsteilnehmer. Gerade Motorradfahrer tragen aufgrund fehlender Knautschzonen ein besonders hohes Verletzungsrisiko. Rund 41 Prozent der Verletzten verunglücken zudem bei Alleinunfällen – also ohne Beteiligung eines weiteren Fahrzeugs.

Auffällig ist außerdem, dass sowohl junge Motorradfahrer zwischen 15 und 24 Jahren als auch Wiedereinsteiger und erfahrene Biker zwischen 55 und 64 Jahren überdurchschnittlich häufig unter den Unfallopfern vertreten sind.

Helm selbstverständlich – Schutzkleidung oft nicht

Während nahezu alle Motorradfahrer einen Helm tragen, verzichtet fast jeder Zweite auf vollständige Schutzkleidung. Laut KFV tragen nur 56 Prozent eine angemessene Schutzausrüstung. Moderne Airbag-Jacken oder Airbag-Westen könnten insbesondere bei Stürzen mit geringerer Geschwindigkeit schwere Verletzungen verhindern.

16 Tote allein in der Steiermark

Nach den vorläufigen Zahlen für 2025 kamen in der Steiermark 16 Motorradfahrer ums Leben. Nur Niederösterreich verzeichnete mehr tödliche Motorradunfälle. Das KFV appelliert an Motorradfahrer, ihre Geschwindigkeit den Straßen- und Sichtverhältnissen anzupassen, Fahrsicherheitstrainings zu absolvieren und konsequent hochwertige Schutzkleidung zu tragen. Gleichzeitig sind auch Autofahrer gefordert, Motorräder im Straßenverkehr bewusst wahrzunehmen – denn sie werden aufgrund ihrer schmalen Silhouette noch immer häufig übersehen. 


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