Hightech-Alternative für Handzeichen

Grazer Start-up entwickelt intelligente Blinker für sicheren Straßenverkehr

Handzeichen waren gestern: Das Start-up Flasher, entwickelt in der steirischen Gründerschmiede Science Park Graz, will auf Basis von smarten Armbändern die Sicherheit in der urbanen Mikromobilität massiv anheben. Mit einer Crowdfunding-Kampagne soll nun die Produktion der intelligenten Blinker für E-Scooter und Fahrräder finanziert werden. Rund 50.000 Euro sollen eingesammelt werden.

Die Idee von Ines Wöckl und Alexander Rech ist gleichermaßen simpel wie wirkungsvoll: Das steirische Duo entwickelt mit ihrem Start-up Flasher smarte Armbänder, die Zweiradfahrern als Rückfahr- und Bremslicht sowie Blinker dienen. Das Grazer Jungunternehmen will damit dem Fahrradboom in den Städten sowie dem verstärkten Aufkommen von E-Scootern Rechnung tragen – und vor allem die Sicherheit auf zwei Rädern stärken: „Das Setzen von Handzeichen am Fahrrad bzw. vor allem am E-Scooter führt häufig zu Unsicherheit oder gar zum Verlust der Balance. Unserer Erfahrung nach wird daher oft darauf verzichtet. Die Folge sind eklatante Sicherheitsrisiken in der urbanen Mobilität“, erklärt Co-Gründerin Ines Wöckl. Heißt laut Kuratorium für Verkehrssicherheit in der gefährlichen Praxis, dass 90 Prozent der Unfälle an Kreuzungen passieren, da Rad- oder Scooter-Fahrer schlicht übersehen werden. Am Science Park Graz, wo das Start-up Flasher entwickelt wurde, betont Geschäftsführer Martin Mössler, „dass die Innovation beweist, dass Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze mit positiven gesellschaftlichen Aspekten einhergehen“. Die Rolle des Inkubators sei dabei „die Start-up bestmöglich auf ihrem Weg an die internationale Spitze mit Erfahrung und hochkarätigen Partnern zu unterstützen“, so der Start-up-Experte.

Hightech-Lösung

Um diese Gefahr zu minimieren, hat Wöckl 2019 gemeinsam mit Alexander Rech Flasher am Science Park Graz, der Start-up-Schmiede der Grazer Universitäten, gegründet. Die Idee: Handzeichen durch einfache Flasher-Armbänder ersetzen. Dazu werden die smarten Armbänder am Oberarm angelegt, Brems- und Abbiegevorgänge werden durch minimale Gesten vom intelligenten Gadget erkannt – und durch ein Blinken angezeigt. „Durch Flasher bleiben die Hände stets am Lenker. Ein kurzes Anheben der Hand reicht, um den gewünschten Blinker zu aktivieren. Ein abruptes Bremsmanöver löst automatisch die roten Rücklichter aus“, sagt Rech. Neben dem Blinker beinhaltet Flasher auch ein automatisches Notbremslicht, das bei starken Bremsvorgängen automatisch aufleuchtet. Was nach trivialen Entwicklungen klingt, erfordert Hightech-Lösungen: Die hochkomplexen Algorithmen, die den Armschwenk von Vibrationen unterscheiden, werden federführend vom promovierten Kommunikations- und Informationsingenieur Rech entwickelt.

50.000 Euro als Zielsetzung

Nun will Flasher die Serienproduktion für die smarten Verkehrsarmbänder anwerfen: Das Kapital hierfür will das Start-up insbesondere durch eine Crowdfunding-Kampagne über die US-Plattform Kickstarter lukrieren. Die Auslieferung der ist für Ende des Jahres geplant. Angepeiltes Ziel sind 50.000 Euro. Das Interesse ist jedenfalls hoch: Insbesondere urbane Lieferdienste seien am Gadget, das anfangs 149 Euro pro Stück kosten wird, interessiert, sagt das Gründungsduo. „Mikromobilität spielt eine wesentliche Rolle im Verkehr der Zukunft. Ein Umsteigen auf umweltfreundliche Zweiräder hilft nicht nur, die Umwelt zu schonen, sondern reduziert auch das Verkehrsaufkommen drastisch. Um eine realistische Alternative darstellen zu können, muss Mikromobilität sicherer werden“, betont Rech.

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