Gut, aber nicht gut genug

Daher wird der Ausflug unseres WM-Teams früher zu Ende gehen, als geträumt. Zeitlich weit weg vor den Finalspielen am 18. und 19. Juli. Bei unserem Nachbarn Deutschland gibt es sie – die „Unterschiedsspieler“. Einer davon, Denis Undav, ist ein „Knipser“, sprich Torjäger, in den Diensten des VfB Stuttgart. Ohne ihn hieße der Gruppensieger nicht Deutschland. Auch die anderen spielstarken WM-Teams haben „Unterschiedsspieler“ in ihren Reihen. Ob als Stürmer, stürmender Verteidiger oder als pfeilschneller, trickreicher Eins-gegen-Eins-Künstler. Sie schlagen zu, wenn Spiele auf der Kippe stehen.

Der wohl Überragendste bei dieser WM ist zurzeit Harry Kane. Er stellt alle anderen in den Schatten. Und noch dazu ohne sichtbare Star-Allüren.

Den Stempel aufdrücken

Der gebürtige Serbe, aber bekennende Fußball-Österreicher Marko Arnautovic hat Ansätze dazu. Allerdings maximal für die Dauer von fünf Minuten während seiner Spielzeit. Das reicht, um sich und sein Fußballer-Leben gut zu vermarkten. Aber er führt seine Mannschaft nicht im Spiel oder drückt ihr gar seinen Stempel auf. Wie es Alleskönner und Schwerstarbeiter Harry Kane tut.

David Alaba, vor Jahren noch Österreichs international erfolgreichstes Aushängeschild, ist weit weg von seinen früheren Möglichkeiten. Für das allgegenwärtige Pressing noch zu wenig flink in entscheidenden WM-Fights. Wir österreichische Fans sollten uns daher auf eine „früher-als-gedacht-Landung“ unseres Teams in Wien-Schwechat vorbereiten.

Viele Beobachter des WM-Spektakels zweifelten im Vorfeld ob der hohen Ticketpreise am Interesse der Fans und vollen Stadien. Sie lagen falsch. Die Begeisterung für eine Fußball-WM ist so groß wie noch nie. Auch die Stimmung wirkt ansteckend. Und das alles ohne grobe Ausschreitungen, wie sie sonst an der Tagesordnung sind. Donald Trump hatte also in der ihm eigenen Bescheidenheit recht, wenn er das Wort von der größten und erfolgreichsten Fußball-WM „ever“ in den Mund nahm.

Und nochmals zum „Unterschied“

Lionel Messi ist bald 39 Jahre alt – und noch matcht er sich mit Maradona und Pelé um den Titel des größten Fußballers der Geschichte. Als ein erster Prüfstein wartet Österreich. Alles blickt auf ihn, doch die Argentinier sind keineswegs auf ihn angewiesen. Mit Julián Álvarez (26, Atlético Madrid), Lautaro Martínez (28, Inter Mailand), Nico Paz (21, Como), Enzo Fernandez (25, Chelsea) und Alexis Mac Allister (27, Liverpool) tummeln sich in Angriff und Mittelfeld jede Menge Stars. Die Mannschaft wäre auch ohne „Godfather Messi“ einer der Titelfavoriten bei dieser WM. Und auch bei uns werden diese Namen im Gedächtnis bleiben.