„Wo ist er? Such’s Balli!“
Es war ein Katz-und-Maus-Spiel. Mit uns Österreichern als Maus – jener populären Aktivität, die wir Menschen gerne mit unseren geliebten Vierbeinern auf der Wiese beim Spazierengehen ausführen. Und nach der erfolgreichen Aufforderung „… bring’s Balli“ zufrieden zu einem Leckerli greifen.
Die Rollen waren schon nach wenigen Minuten im überhöhten „Match des Jahrhunderts“ gegen Spanien klar verteilt. Nur, wer dies bis knapp vor Schluss nicht wahrhaben wollte, war nicht die überforderte österreichische Mannschaft, sondern die sogenannten Experten, Moderatoren, Reporter, Analysten. Von Rainer Pariasek, Andi Herzog, Dietmar Wolff, Roman Mählich, Helge Payer bis hin zu Alina Zellhofer mit ihrer Damenrunde im ORF und bei Servus TV Michael Wanits, Philipp Krummholz, Christian Nehiba, Florian Klein, Julia Kienast, Christian Baier und andere. Sie alle faselten, schwadronierten und träumten noch bis zehn Minuten vor Ende des Spiels von einem möglichen Fußballwunder und „Magic Moments“. Noch immer in ihrer Bubble lebend träumend, fernab der Wirklichkeit auf dem Platz.
Bei allem Bemühen der heimischen Fußball-Handwerker: Keine einzige zwingende Chance für ein Tor in 90 Minuten in diesem „Such’s-Balli-Match“. Selbst ein 5:0 wäre leicht möglich gewesen. David Alaba und seine Freunde wurden „schwindlig gespielt“, konnten einem leid tun, waren stehend k.o.
Die Erkenntnis daraus:
Österreichs Team ist gut, aber nicht gut genug. Es fehlen die Ausnahmekönner. In Österreich haben wir leider keine Dribbler und Unterschiedsspieler, die für die oft zitierten Lösungen und Räume sowie entscheidenden Momente in einem Spiel sorgen. Und die im Pressing und Gegen-Pressing nicht nur nach dem Ball „treten“.
Keine Frage der Größe des Landes
Dass es darauf nicht ankommt, zeigte sich einmal mehr auch beim nachfolgenden K.o.-Spiel unseres Nachbarn Kroatien gegen Portugal. Da waren zumindest zwei Dutzend dieser Ausnahmekönner auf dem Platz. Es gab in letzter Sekunde der mehr als zehnminütigen Nachspielzeit – noch dramatischer als im Österreich-Spiel gegen Algerien – den Ausgleich der Kroaten zum 2:2. Der aber nach einem für alle Seiten quälend lange dauernden VAR-Check schließlich wegen Abseits zurückgenommen wurde – und damit Kroatien in ein Tal der Tränen stürzte. Ein Moment, der einmal mehr veranschaulichte, was den Fußball für Milliarden so faszinierend macht. Weil der Ball rund ist und korrekt in einem Viereck landen muss, wie das die heimische Legende Herbert Prohaska, alias Schneckerl, in seiner Analyse kurz und bündig, aber treffend zusammenfasst.
JL








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