„Das war eines meiner höchsten Ziele“

Filmemacherin („Gentle Monster“) Marie Kreutzer, gebürtige Gleisdorferin, wird beim Festival in Cannes gefeiert

Mit ihrem Film „Corsage“ über Österreichs Kaiserin Sisi machte die steirische Regisseurin Marie Kreutzer bereits vor vier Jahren in Cannes auf sich aufmerksam. Dieser wurde dort und in der Folge mehrfach ausgezeichnet. Dem Streifen gab man sogar Chancen auf eine Oscar-Nominierung. Bis es wenige Wochen vor der Verleihung zum publizistischen Schock kam. Darsteller Florian Teichtmeister wurde der Pädophilie beschuldigt (und später auch verurteilt). Damit war „Corsage“ plötzlich zu einem „Skandalfilm“ geworden.

Cannes 2026 – ein Glücksgefühl

„Großartig, dass wir das erreicht haben“, so Marie Kreutzer, als das Publikum sie im Filmpalast von Cannes bei der Präsentation ihres aktuellen Films „Gentle Monster“ feiert. Weniger als ein Prozent der eingesendeten Filme wählt die Jury für den Hauptbewerb und die damit mögliche „Goldene Palme“-Auszeichnung aus. Ihr Streifen „Gentle Monster“ gehört dazu. Auch wenn die Reaktionen auf den Film unterschiedlich ausfallen. Beschäftigt sich dieser doch mit einem Thema, „das natürlich weh tut und von dem man nichts wissen will. Er ist eine große Herausforderung, wie wir als Gesellschaft damit umgehen sollen“, so Kreutzer in einem ORF-Interview.

Und wie das Leben halt so spielt

Kreutzer hatte mit den Recherchen zu „Gentle Monster“ bereits begonnen, kurz bevor es den Skandal um Florian Teichtmeister gab. Sie glaubte unmittelbar danach nicht mehr, die Thematik realisieren zu können. Aber später wurde daraus: „Gerade jetzt erst recht.“

Darum geht’s im Film

Die bekannte Konzertpianistin Lucy ist mit Philip verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn. Nach Philips Burn-out zieht die Familie in ein Landhaus in die Nähe von München, obwohl dies große finanzielle sowie berufliche Einschränkungen für Lucy bedeutet. Das ruhige und idyllische Leben zerbricht, als eines Tages die Polizei vor der Tür steht. Sämtliche elektronische Geräte Philips werden beschlagnahmt und er selbst verhört. Erschüttert sieht sich Lucy mit der Möglichkeit konfrontiert, dass er womöglich nicht der Mensch ist, für den sie ihn stets gehalten hat. Sie beginnt, nach einem Weg zu suchen, wie sie sich und ihren Sohn schützen kann. Währenddessen versucht Philip verzweifelt, die Ehe zu retten.

Regisseurin Kreutzer wollte in ihrem Film nicht dem Täter den Raum geben („man macht das einfach nicht, es ist falsch“), sondern dem Vertrauensbruch/-Verlust und den Auswirkungen auf das familiäre Umfeld. Und auch um zu verstehen, warum es dazu kommen konnte.

Sie habe schon gewonnen, beschreibt die gebürtige Gleisdorferin, Tochter der ehemaligen Grün-Politikerin Ingrid Lechner-Sonnek, im ORF-Interview die Frage nach den Chancen auf die „Goldene Palme“. „Nicht mit diesem Film, aber irgendeinmal eine Goldene Palme in der Hand zu haben, irgendwann wär’s schön.“


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