104 Stunden pro Jahr im Stau

Grazer VP fordert Baustellenmanagement nach Hamburger Vorbild

„Ganz Graz ist Baustelle“, wiederholt VP-Stadtrat Kurt Hohensinner gestern (19.5.) vor Journalisten den Titel des Pressetermins. Es sei zwar eine drastische Formulierung, aber es würde dem Gefühl und dem Ärger von immer mehr Grazerinnen und Grazern entsprechen.

Staus, Umleitungen, Sperren und hunderte gleichzeitige Baustellen prägen zunehmend den Alltag vieler Grazerinnen und Grazer, übt Hohensinner gemeinsam mit Markus Huber, Geschäftsführer der Grazer ÖVP, Kritik an der Verkehrspolitik der Stadtregierungskoalition.

Hohensinner nennt dazu Zahlen: „Zeitweise gab es im vergangenen Jahr rund 570 Baustellen gleichzeitig im Stadtgebiet, dazu jährlich insgesamt rund 5.000 Baustellen und Grabungen. Gleichzeitig verbringen Grazerinnen und Grazer mittlerweile rund 104 Stunden pro Jahr im Stau. Mit rund 350 Signalanlagen weist Graz zudem die höchste Ampeldichte unter den österreichischen Landeshauptstädten auf.“

Wobei Hohensinner und Huber betonen, dass natürlich nicht die Baustellen selbst das Problem seien, sondern das „Management“ dahinter. An der Spitze der VP-Forderungen stehe daher ein modernes Baustellenmanagement. „Nach Hamburger Vorbild ein digitales Baustellen-Koordinierungssystem, das Verkehrsströme, Baustellen und Umleitungen zentral miteinander abstimmt.“ Dazu gehört aber auch eine „intelligente Ampelsteuerung mit KI-Unterstützung“, Park&Ride-Anlagen an den Stadträndern sowie ein Tiefgaragenring mit Parkleitsystem.

Straßenamtschef Dipl.-Ing. Fischer auf KLIPP-Anfrage: Es gibt logischerweise ein Management unter dem Motto: zusammen planen, mit allen Beteiligten. Im Vorwahlkampf sei man eben versucht, die Dinge von der Politik einfacher darzustellen als sie sind. Und man werde Veränderungen im System in den nächsten eineinhalb Jahren vornehmen. Aber grundsätzlich führen Baustellen eben zu Erschwernissen.

Hohensinner kündigt auch an, das Thema erneut mit einem dringlichen Antrag im Gemeinderat aufzugreifen. „Graz braucht wieder eine Verkehrspolitik der Vernunft. Baustellen sind notwendig. Verkehrschaos ist es nicht.“

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