Kurzsichtige – vornehm ausgedrückt – Regierungspolitik

Durch Sparpaket 500 Millionen Euro weniger für steirische Unis. Bangen um Arbeitsplätze.

Die angekündigten Milliardenkürzungen bei den Universitäten gefährden den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Steiermark massiv, der mit einer Forschungsquote von 5,31 Prozent für mehr als ein Fünftel der gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen Österreichs verantwortlich ist, schlagen die steirischen Unis Alarm. Ein Viertel davon kommt von den öffentlichen Hochschulen.

Steirische Unis schlagen Alarm

Mit dem zu erwartenden historischen Rückschritt wird es nicht möglich sein, diesen europaweiten Spitzenplatz zu halten, heißt es gestern (20.5.) in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. „Das ist kein Sparpaket, das ist ein Kahlschlag am Herzen der Wissensregion Steiermark. Wenn diese Kürzungen kommen, verlieren wir Spitzenforschung, verlängern Studien, verlieren junge Talente und gefährden Wohlstand und Innovationskraft der gesamten Region“, erklären die steirischen Rektoren und Rektorinnen unisono.



Finanzierungslücke trifft Steiermark empfindlich

Das Uni-Budget der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode 2025 bis 2027 beträgt 16,5 Milliarden Euro. Für die Jahre 2028 bis 2030 wurde ein Finanzierungsbedarf von rund 18 Milliarden Euro errechnet, zugesagt sind laut Bundesregierung jedoch nur 15,5 Milliarden Euro. Damit würden den österreichischen Universitäten insgesamt 2,5 Milliarden Euro fehlen, auf die Steiermark entfielen rund 500 Millionen Euro.

Das bedeutet eine Kürzung um rund 20 Prozent des Personals, damit kann jede fünfte Person nicht mehr beschäftigt werden. Das würde vor allem Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen in befristeten Dienstverhältnissen treffen.

Für die Steiermark hätte das massive Folgen: Mehrere tausend junge Expertinnen und Experten könnten ihre Jobs verlieren und ins Ausland abwandern. Gleichzeitig hätte ein Wegfall von 500 Millionen Euro für die Universitäten in Graz und Leoben auch deutliche Auswirkungen auf Studierende. Ohne wissenschaftlichen Nachwuchs könne das derzeitige Lehrangebot nicht aufrechterhalten werden. Wartelisten und spätere Studienabschlüsse wären die Folge – mit negativen Auswirkungen auf den Wirtschaftsraum Steiermark und Kärnten.

„Den Sparstift derart massiv ausgerechnet bei Bildung, Wissenschaft und Forschung anzusetzen, ist kurzsichtig und schlicht eine große Fehlentscheidung“, so die Rektorinnen und Rektoren. „Denn gekürzt wird damit beim geistigen Potenzial dieses Landes, bei zukünftiger Innovation und damit auch der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Steiermark kann nur ein innovativer Industriestandort bleiben, wenn sie auch ein attraktiver Wissenschaftsstandort bleibt. Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, diese Kürzungen zu verhindern.“

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