450.000 Euro Pension vom ORF im Jahr

Der „Rentenkaiser“ Österreichs

Pius Strobl: vom Dorf-Gendarm zum ORF-Mastermind

Die Liste der Projekte, Aufgaben und Tätigkeiten, die Pius Strobl in seinem Leben schon gemacht hat, füllt viele Seiten. Und damit auch sein Geldkonto. Allein sein Gehalt beim staatlichen ORF – laut dem verstorbenen (2015) Intendanten Gerd Bacher „die größte Medienorgel des Landes“ –, macht den früheren Dorf-Gendarmen aus dem Burgenland im Laufe der Jahre zum Euro-Einkommens-Millionär.

Donnerstag, 11. Mai – neue ORF-Ära beginnt

Stiftungsrat und Direktorium des ORF haben Pius Strobl vor wenigen Tagen bis zur Klärung des Verdachts der Vorwürfe wegen Dienstverfehlungen gegen ihn vom Dienst freigestellt. Die Berufsbezeichnung des heute 69-Jährigen: Er ist ORF-Hauptabteilungsleiter für Facility Management. So etwas wie der „Oberhausmeister“ für alle ORF-Verwaltungsgebäude. Dazu auch verantwortlich für Corporate Social Responsibility sowie der Chef der Konzernsicherheit am Küniglberg in Wien. Seit 2019 auch verantwortlich für „Licht ins Dunkel“. Also ganz, ganz oben in der ORF-Führungscrew angesiedelt, salopp formuliert eine Art „No King“, aber einer der Mächtigen.

Vom Dorf-Gendarm zum ORF-Top-Manager

Pius Strobl versah bis Mitte der 1980er-Jahre seinen Dienst als Gendarm am Posten Zemendorf im Bezirk Mattersburg.

Seit sieben Jahren ist der Ex-Gendarm, wie bereits erwähnt, auch Chef von „Licht ins Dunkel“. Laut Strobl kein „Hauptabteilungsleiter-Job“. Sondern die ehrenwerteste Aufgabe, die der ORF zu vergeben hat. Mit „Licht ins Dunkel“ sind wir Österreicher aufgewachsen und keine Weihnachten seit mehr als 50 Jahren ohne die Sendung.

„Man sieht hier täglich, wie wichtig jeder einzelne Euro ist, um Menschen mit Behinderung eine normale Teilhabe am Leben zu ermöglichen“, erzählt Pius Strobl im BVZ-Gespräch mit Chefredakteur Markus Stefanitsch. Strobls Jahreseinkommen entspricht dem von rund 40 Mindestpensionisten.

"Der Wrabetz und sein Pius"

Auf sein Wort und Strobls weitmaschiges Netzwerk zählte in seinen drei Perioden (insgesamt 15 Jahre) als Generaldirektor besonders Alexander Wrabetz. Strobl galt als engster Vertrauter des ORF-Chefs und Berater auch in den wichtigsten strategischen Entscheidungen.

Wrabetz war es auch, der 2021 in den letzten Tagen seiner Amtszeit Strobls lukrativen Pensionsvertrag zugestimmt hat. Der nun in seinen Details auch von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft unter die Lupe genommen wird. Dieser ORF-interne Schlagabtausch könnte zu einem Gerichtsfall werden. Ex-General Roland Weißmann ließ Strobls Pensionsvertrag rechtlich prüfen. Experten und Kritiker bezeichnen ihn als No-go, weil er nach dem alten ORF-Gesetz erstellt worden sei. Die jährliche Pension beträgt zwischen 450.000 und 470.000 Euro.



Eine Summe, die selbst für den Topmanager eines privaten Weltkonzerns ein ordentliches Sümmchen darstellt, aber für den Ex-Gendarmen als Hauptabteilungsleiter des staatlichen ORF einen nicht erklärbaren Jackpot. Zu verantworten hat diese Luxuspension Pius Strobls Freund Alexander Wrabetz. Im Vergleich dazu liegt die Durchschnittspension eines Österreichers bei 25.000 Euro.

Eine lange ORF-Karriere

Es war im Jahr 1989. Da dockte Pius Strobl als Kurator auf einem Ticket der Grünen beim ORF an. Der damalige Landesdirektor musste daher das Hausverbot aufheben, das er gegenüber Strobl wegen dessen politischer Attacken ausgesprochen hatte.

Im Jahr 2010 endete Strobls Zeit als Kommunikationschef durch eine politische Attacke aus dem FPÖ-Umfeld. Um aber nach dem grandiosen Sieg Conchita Wursts 2014 den Eurovision Song Contest 2015 in Wien mit zu verantworten.

PS: Im ORF und seinem Umfeld kursiert eine Fabel-Erzählung. Noch in der Ära von Alexander Wrabetz als ORF-Generaldirektor soll es einen bis heute ungeklärten Vorfall gegeben haben. Zu nächtlicher Zeit wurde die Exekutive auf ein Fahrzeug aufmerksam (gemacht), das auf dem Dach liegend im Raum Wien entdeckt worden ist. Den oder die Insassen in diesem Fahrzeug konnte man nie ausfindig machen. Durchaus denkbar, dass es sich dabei um ein Fahrzeug handelte – das erste seiner Art, das in Österreich autonom gesteuert war. Jeder Zusammenhang mit dem ORF ist jedoch frei erfunden, heißt es.

Quelle: Porträt in der Burgenländischen Volkszeitung BVZ


Pius Strobl als politischer Aktivist

1983 brach er mit Burgenlands Landeshauptmann Theodor Kery von der SPÖ. 1985 wurde er über Nacht Wahlkampfleiter der Grünen. Frontfrau und Spitzenkandidatin zu dieser Zeit war Freda Meissner-Blau. Diese war auf den jungen Grün-Aktivisten im Zuge der Besetzung der Hainburger Au (Kernkraftwerk Zwentendorf) gestoßen. Damit endete de facto sein Dienst als Gendarm in Zemendorf.

Pius Strobl ist Vater von drei Kindern. Der jüngste Sohn ist 20 Jahre. Strobl war bis 2017 mit der ORF-Moderatorin Eva Pölzl verheiratet. Als Vollwaise ist Pius Strobl bei seinen Großeltern aufgewachsen und hat einen Wohnsitz in Weiden am See.

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Bemerkungen :

  • user
    Kellye June 19, 2026 um 7:43 pm
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