Bundes-Auszeichnungen und Berufstitel für verdiente Persönlichkeiten
„Immer wieder haben Menschen in der Geschichte unseres Landes in den unterschiedlichsten Bereichen überdurchschnittliche Leistungen erbracht. Alle Geehrten haben dazu beigetragen, dass die Steiermark dieses starke, zukunftsorientierte und lebenswerte Land ist“, betont Landeshauptmann Mario Kunasek gestern (11.6.) in der Aula der Alten Universität Graz beim Festakt.
„Der unermüdliche Einsatz soll durch die Verleihung von Bundes-Auszeichnungen und Berufstiteln gewürdigt werden. Die verliehenen Auszeichnungen und Titel sind Zeichen der Anerkennung für großartige Leistungen, für die ich herzlich danken möchte. Zudem sei auch den Familien und Freunden gedankt, die sie in ihrem steten Engagement für die Steiermark immer unterstützt haben und die immer hinter ihnen gestanden sind.“
Engagement für steirische Forschung
Als leidenschaftlicher Physiker hat sich Univ.-Prof. Willibald Plessas der Erforschung der kleinsten Teilchen und der komplexesten Strukturen unseres Universums verschrieben. Er hat es verstanden, Brücken zu bauen – zwischen Disziplinen, zwischen Nationen und vor allem zwischen Menschen. Sein Wirken an der Universität Graz war stets von dem Wunsch getragen, Wissen nicht nur zu mehren, sondern es lebendig zu halten und an die nächste Generation weiterzugeben.
In internationalen Gremien hat sein Engagement der steirischen Forschung ein Gesicht gegeben und ihr weltweit Respekt verschafft. Er lebt vor, dass ein „Ruhestand“ für einen wahren wissenschaftlichen Geist nicht existiert. Sein ungebrochener Wille, junge Künstler und Wissenschaftler tatkräftig zu fördern, ist ein Geschenk für unseren gesamten Hochschulraum.
Gesamte Welt der Kraftfahrzeugtechnik im Blick
Josef Peter Puntingers Weg ist gekennzeichnet von einer tiefen Leidenschaft für die Technik und einem unerschütterlichen Glauben an das Handwerk. Schon früh hat er den elterlichen Betrieb übernommen und ihn mit sicherer Hand durch die Jahrzehnte geführt. Doch sein Wirken beschränkte sich nie nur auf die eigenen Werkstatt-Tore in Leoben. Er hatte stets das große Ganze im Blick – die gesamte Welt der Kraftfahrzeugtechnik.
In einer Zeit, in der Begriffe wie „Digitalisierung“ oder „Elektromobilität“ für viele noch ferne Zukunftsmusik waren, war es ein Herzensanliegen von Josef Peter Puntinger, dass technischer Fortschritt nicht zur Barriere wird, sondern ein Werkzeug bleibt, das jede Werkstatt, ob groß oder klein, nutzen kann. Sein Engagement in der Wirtschaftskammer, sowohl in der Steiermark als auch auf Bundesebene, war geprägt von einem unermüdlichen Einsatz für das Ansehen des Berufsstandes. Besonders hervorzuheben ist seine visionäre Kraft bei der Schaffung europäischer Systeme, die heute den Alltag unzähliger Mechaniker erleichtern.
Brückenbauerin zwischen Recht, Kultur und Verwaltung
Verena Ennemosers Weg ist geprägt von einer außergewöhnlichen Vielseitigkeit. Als Brückenbauerin zwischen Recht, Kultur und Verwaltung hat sie bewiesen, dass Paragrafen und Strukturen niemals nur graue Theorie sein müssen. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für die Ordnung, sondern ganz besonders für die geistige Entfaltung unserer Gesellschaft – mit ihrem Engagement in den Kuratorien großer Museen und kultureller Institutionen.
Gleichzeitig hat Verena Ennemoser als Lehrende ihr Wissen weitergegeben. Sie ist eine Mentorin, die nicht nur Fakten lehrt, sondern Haltung vorlebt. In einer Zeit, die oft zur Spezialisierung neigt, ist sie eine Generalistin im besten Sinne des Wortes geblieben. Sie verbindet die Liebe zur Musik und zum Theater mit der Disziplin der Verwaltung und dem Verantwortungsbewusstsein einer Führungspersönlichkeit.
Spurensucher und Bewahrer des kollektiven Gedächtnisses
Gottfried Allmer ist weit mehr als ein Wissenschaftler; er ist ein Spurensucher und ein Bewahrer unseres kollektiven Gedächtnisses. Mit unendlicher Geduld hat er sich den Mosaiksteinen unserer Geschichte gewidmet. Er ist in die entlegensten Pfarrarchive eingetaucht und hat verstaubte Gemeindechroniken zum Sprechen gebracht. Durch seine Arbeit verstehen wir heute besser, warum unsere Dörfer und Städte so gewachsen sind, wie wir sie vorfinden.
Doch Gottfried Allmers Leidenschaft kennt noch eine zweite Seite: die Welt der Orgeln. Für ihn ist eine Orgel nicht nur ein technisches Instrument aus Pfeifen und Windladen. Sie ist ein lebendiges Zeugnis handwerklicher Meisterschaft und religiöser Hingabe. Mit akribischer Sorgfalt hat er den Zustand unzähliger Instrumente dokumentiert, Orgelrestaurierungen begleitet und dafür gesorgt, dass die „Königin der Instrumente“ auch für kommende Generationen nicht verstummt.
Offizieren Handwerkszeug für internationales Parkett mitgegeben
Mit einer Leidenschaft, die weit über das dienstlich erforderliche Maß hinausging, hat Ferdinand Lambauer Generationen von jungen Offizieren das Handwerkszeug für das internationale Parkett mitgegeben. Als Gastlehrer an der Heereslogistikschule bildete er zukünftige technische Offiziere sowie Logistikoffiziere exzellent in technischem und logistischem Englisch mit Schwerpunkten auf Waffentechnik und Kfz-Technik aus.
Darüber hinaus war Ferdinand Lambauer ein unverzichtbarer Pfeiler für das Sprachinstitut des Bundesheeres. Als gefragter Gastlehrer bei dezentralen High-Level-Englischkursen vermittelte er anspruchsvolles militärisches Englisch. Sein Engagement endete aber nie an der Kasernenschwelle. Ferdinand Lambauer hat sein Wissen auch den Kräften des Innenministeriums zur Verfügung gestellt.
Ein "weltoffener Geist", kunstsinniger Ästhet und Intellektueller
Markus J. Plöbst ist ein Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes – jemand, der sich um die Seelen sorgt, der zuhört und der dort anpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Schon früh vernahm er den Ruf, der sein Leben bestimmen sollte. Es war ein wachsender Wunsch, Menschen in den zentralsten Momenten ihres Daseins pastoral zu begleiten – von der ersten Segnung eines Neugeborenen bis zum letzten Geleit.
Für Markus Plöbst ist sein Beruf kein Job, sondern eine Berufung in der wesenfaften Bedeutung, die er mit jeder Faser seines Seins lebt. In Leoben hat er Spuren hinterlassen, die weit über das Geistliche hinausgehen. Er ist ein „weltoffener Geist“, ein kunstsinniger Ästhet, vielfacher Autor und Intellektueller, der keine Berührungsängste kennt und jedem Anliegen sein Ohr schenkt. Seine Predigten sind keine trockenen, exegetischen Abhandlungen; sie sind Inspiration, Herausforderung, Orientierung und Trost zugleich. Markus Plöbst baut Brücken: zwischen der Tradition der Überlieferung und den Anforderungen an die moderne Lebenswelt, zwischen Wissenschaft und Glaube, zwischen den Generationen.









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