Knacken Kommunisten bei Wahl in Graz noch einmal den Jackpot?
Aufgewachsen als Adoptivkind in der Triestersiedlung und politisch geprägt wurde Elke Kahr, 64, in Graz. Nie und nimmer hätte sie als KPÖ-Funktionärin gedacht, einmal als „Frau Bürgermeisterin“ angesprochen zu werden. Treffen die Wahlumfragen einigermaßen zu, dann hat Elke Kahr sogar die Chance, nach 2021 weitere fünf Jahre Bürgermeisterin zu bleiben.
Hohe Sympathiewerte
Noch nie hat es eine steirische Spitzenpolitikerin gegeben, die sich als Person so „unwichtig“ nimmt. Wiewohl erst ihr beispielloses, bescheidenes Auftreten diese Erfolge möglich gemacht hat. Ihre Sympathiewerte – sie lässt alle Herausforderer in den anderen Parteien hinter sich – führen Beobachter darauf zurück, dass die Grazer sie als authentisch wahrnehmen und ihr vertrauen. Möglich sei ein 3er vor dem Ergebnis (2021 waren es 28,84 %) und sogar darüber.
Speziell ihr großer Herausforderer Kurt Hohensinner von der ÖVP wird nicht müde, die verfehlte Politik von Kahr und Co. zu kritisieren. Er wolle „Graz wieder nach vorne bringen.“ Die KPÖ-Bürgermeisterin will sich dafür kein Federl an den Hut stecken, doch Tatsache sei, dass die Steuereinnahmen und die Zahl der Arbeitsplätze in Graz in den letzten Jahren ständig ansteigen. Dafür sei nicht die Politik maßgeblich, sondern es sei einfach die Leistungsbereitschaft der Unternehmen und deren Mitarbeiter, betont sie.
Politische Beobachter haben die KPÖ mit Elke Kahr seit Monaten als wahrscheinlichen Wahlsieger für den Sonntag (28.6.) am Schirm. Ein unberechenbarer Faktor bleibt aber die Wahlmüdigkeit der Grazer. Beim letzten Mal betrug die Beteiligung nur noch 54 Prozent. Auch das Hitze-Wetter könnte zu einem Faktor werden. Sollte die KPÖ am Wahlabend nicht mehr die stärkste Partei sein – wie geht es dann weiter? Elke Kahr darauf: „Wenn die KPÖ nicht stärkste Partei wird – und das sage ich jetzt nicht aus einer Überheblichkeit heraus, sondern den Anspruch muss ich haben –, wenn das Vertrauen nicht mehr in dem Ausmaß da ist, dann muss ich als 64-Jährige das wirklich nicht mit Gewalt weitermachen. Das ist ja wohl logisch. Wir haben jüngere Kolleginnen und Kollegen, die großartig arbeiten. Und dann will ich das nicht mehr machen. Klar!“









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