Mehr Kinderkrippen, aber weiter Herausforderungen für berufstätige Eltern

Licht und Schatten in der steirischen Kinderbetreuung

Mittlerweile 162 der 285 steirischen Gemeinden erfüllen die höchste Betreuungskategorie – acht mehr als im Vorjahr. „Dafür müssen eine Betreuungseinrichtung für Kinder unter drei Jahren, ein Ganztageskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder vorhanden sein“, erklärt AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim heute bei der Präsentation des diesjährigen Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer Steiermark. Dieser zeigt, dass sich die Kinderbetreuung im vergangenen Jahr weiter verbessert hat.

Auch die Zahl der Gemeinden mit Kinderkrippen ist leicht gestiegen: Von 182 auf 184. Zudem bieten inzwischen 74 Gemeinden Betreuungszeiten an, die es beiden Elternteilen ermöglichen, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen.

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Trotz dieser positiven Entwicklung stehen viele Familien weiterhin vor großen Herausforderungen. Zwar hat sich die Personalsituation in den Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen etwas entspannt, doch leistbare Betreuungsplätze sind vielerorts nach wie vor knapp. Aufgrund fehlender Kinderbetreuung würden immer noch Eltern ihre Jobs kündigen, so AK-Präsident Josef Pesserl.

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Tageseltern weiter: Aktuell betreuen steiermarkweit 426 Tagesmütter und Tagesväter Kinder, im Vorjahr waren es noch 433.

Mit dem Betreuungsjahr 2025/26 wurde die Gruppengröße in Kindergärten auf 22 Kinder gesenkt. Die ursprünglich für September 2026 geplante weitere Senkung auf 21 Kinder pro Gruppe verzögert sich. Grund dafür ist, dass fehlende Betreuungsplätze nicht rasch genug durch neue Gruppen oder Einrichtungen kompensiert werden können. Das Ziel, die Gruppenhöchstzahl auf 20 Kinder zu reduzieren, soll folglich erst im Jahr 2031/32 erreicht werden.

Politik gefordert

Die vom Bund angekündigte Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres ab 2027 könnte den Druck auf Gemeinden, dringend in den weiteren Ausbau zu investieren, jedoch wieder massiv erhöhen. Pesserl sieht die Politik gefordert, „ausreichend finanzielle Mittel für die Gemeinden zum Ausbau und Betrieb von Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Und es braucht mehr Personal für die Betreuungseinrichtungen sowie mehr Ausbildungsplätze in elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen.“

Info: Unter kinderbetreuungsatlas.akstmk.at können alle Details zu den einzelnen Gemeinden abgerufen werden. 

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