Ehrenzeichen des Landes überreicht

In der Aula der Alten Universität überreichte Landeshauptmann Christopher Drexler gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

Das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern überreichte der Landeshauptmann dem Rechtswissenschaftler Christian Brünner, ehemaliger Rektor der Karl-Franzens-Universität Graz und Nationalrats- und Landtagsabgeordneter a.D. „Christian Brünners Leistungen kann man in kargen zusammenfassenden Worten kaum auch nur annähernd gerecht werden“, so LH Drexler. Zusätzlich zu einer mehr als reichhaltigen forschenden, lehrenden und publizierenden Tätigkeit als Wissenschaftler war er von 1987 bis 1989 als erster Vertreter einer Nicht-Wiener Universität Vorsitzender der österreichischen Rektorenkonferenz. Er ist Mitinitiator des David-Herzog-Fonds der Universität Graz zur Erinnerung an die unrühmliche Rolle der Universität in der Zeit des Nationalsozialismus und zur Förderung der Beziehungen zwischen jüdischer und nicht-jüdischer Kultur. „Brünner hat sich um die Etablierung neuer Forschungsbereiche, speziell des Weltraumrechts, an österreichischen Universitäten verdient gemacht. Als Politiker engagierte er sich bei der Entkriminalisierung religiöser, ethnischer und homosexueller Minderheiten, wirkte an der Einrichtung des Steirischen Landesrechnungshofes mit und initiierte als Obmann des Kontrollausschusses im Landtag Steiermark eine Reform der Geschäftsordnung. Christian Brünner hat die Internationalität der Grazer Universität gefördert und hat es als Politiker verstanden, seine liberale Grundhaltung im Engagement für Minderheiten und Unterdrückte zielführend einzusetzen.“

ÖGB-Vorsitzender und Bundesrat Horst Schachner wurde mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet. Landeshauptmann Christopher Drexler: „Horst Schachner setzt sich seit Jahrzehnten für eine gerechte Arbeitswelt mit guten Arbeitsbedingungen und fairem Gehalt ein und nimmt sich der Probleme der Kolleginnen und Kollegen an. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes in der Steiermark und der starke Arm für die Arbeiter und Angestellten. Ich bedanke mich bei einem Gewerkschafter, der die Aufgabenbereiche der von ihm vertretenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Pike auf selbst kennengelernt hat und gratuliere zur verliehenen Auszeichnung.“

Mit dem Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst zeichnete LH Christopher Drexler die Kamerafrau Christine A. Maier aus. Die in Grafendorf bei Hartberg aufgewachsene Christine Maier ist eine Pionierin der österreichischen Filmgeschichte: Als eine der ersten Frauen schaffte sie es, sich in einer Männerdomäne einen Namen zu machen. Bereits 1997 fungierte sie beim Erfolgsfilm „Nordrand“, der als erster österreichischer Film seit fünf Jahrzehnten im Wettbewerb von Venedig lief, als Kamerafrau. In den folgenden Jahren wirkte Maier bei vielen preisgekrönten Arbeiten mit. Zu den Preisen zählen ein „Bester Europäischer Film 2021“, ein Österreichischer Filmpreis für die beste Kamera 2021 und eine Oscar-Nominierung aus demselben Jahr für den besten fremdsprachigen Film. Ebenfalls 2021 erfolgte die Aufnahme in die American Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Ebenfalls mit dem Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgezeichnet wurden der Musiker Berndt Luef und der Finanzwissenschaftler Hans Georg Ruppe. LH Christopher Drexler: „Den seit langem in Graz lebenden Musiker und Komponisten Berndt Luef verbindet man seit vielen Jahrzehnten mit hochwertiger Jazzmusik. Umtriebig spielt er Schlagzeug in verschiedenen Ensembles, spielte bei der Rockgruppe ,Mirror‘, gründete das Berndt Luef Trio sowie das Musikerkollektiv Jazztett Forum Graz. Einige Zeit hat er auch das Musikreferat des Forums Stadtpark geleitet. Luef hat auch seine Affinität zum Theater in Zusammenarbeit mit Klaudia Reichenbacher im Theater im Keller oder dem Next Liberty immer wieder unter Beweis gestellt. Sein wacher Blick auf das Zeitgeschehen prägen sein Werk bis heute. Ich bedanke mich bei einem widerständigen, bei einem unbeugsamen ganz seiner Kunst verpflichteten Musiker für sein so vielfältiges Werk,“ so der Landeshauptmann. „Brillanz im Ausdruck, Souveränität in der Darstellung und die Gabe, stets aus dem verhandelten Gegenstand benachbarte Bereiche einzubeziehen sind Eigenschaften, die man Hans Georg Ruppe wohl berechtigt zuschreibt. Er hat nicht nur mehrere Generationen von Steuerrechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern als Lehrender nachhaltig geprägt, sondern auch in der Praxis bedeutende Spuren hinterlassen. Ab 1973 stand er dem Institut für Finanzrecht der Karl-Franzens-Universität Graz vor. Seine vielfältigen Arbeitsschwerpunkte resultierten in der beeindruckenden Mehrdimensionalität seiner Arbeit, die ihn als Wissenschaftler, Verfassungsrichter und Praktiker stets ausgezeichnet hat“, betonte Landeshauptmann Christopher Drexler in seiner Laudatio.

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