In keinem steirischen Bezirk gab es „null Verkehrstote“

Hauptursache: zu hohes Tempo, Ablenkung, Unachtsamkeit. „Handy am Steuer“ ist zunehmendes Problem.

Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, dann gibt es nur eine akzeptable Anzahl, nämlich null. Dieses Ziel wurde im Vorjahr leider von keinem Bezirk in der Steiermark erreicht, wie die Mobilitätsorganisation VCÖ bekanntgibt. Die Unterschiede zwischen den steirischen Bezirken waren groß. So kam im Bezirk Leoben ein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben, während im Bezirk Leibnitz neun Todesopfer zu beklagen waren.

Insgesamt kamen in der Steiermark im Vorjahr im Straßenverkehr 68 Menschen ums Leben und 1.333 Menschen wurden schwer verletzt. Zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle passierten auf Freilandstraßen. Mit einer Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 km/h, dem Rückbau von Raserstrecken sowie mit verstärkten Kontrollen könne die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich reduziert werden, appelliert der VCÖ – und verdeutlicht: Ein Pkw, der bei Tempo 80 einen Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) von 47 Metern hat, hat mit Tempo 100 nach 47 Metern noch eine Geschwindigkeit von 71 km/h.



16.269 Handy-Delikte

Die Hauptursachen tödlicher Unfälle bleiben zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Insbesondere Handy am Steuer ist ein zunehmendes Problem. Im Vorjahr hat Steiermarks Exekutive 16.269 Handy-Delikte im Straßenverkehr geahndet, obwohl die Kontrolle von Handy am Steuer schwierig ist. Ein wirksames Instrument zur Unterstützung der Kontrollen sind sogenannte Handy-Blitzer, die beispielsweise im deutschen Rheinland-Pfalz erfolgreich im Einsatz sind.

Der VCÖ fordert, dass auf Bundesebene die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer zu ermöglichen. Zudem sollen sowohl Handy am Steuer als auch Geschwindigkeitsdelikte in das Vormerksystem aufgenommen werden.

Die Zahlen aus den Verkehrsunfällen 2025:

  • Bezirk Leoben: 1 Verkehrstoter / 258 Verletzte, davon 46 schwer
  • Bezirk Deutschlandsberg: 2 Verkehrstote / 328 Verletzte, davon 75 schwer
  • Bezirk Südoststeiermark: 3 Verkehrstote / 401 Verletzte, davon 103 schwer
  • Graz: 4 Verkehrstote / 1.963 Verletzte, davon 277 schwer
  • Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 4 Verkehrstote / 442 Verletzte, davon 82 schwer
  • Bezirk Murtal: 5 Verkehrstote / 362 Verletzte, davon 86 schwer
  • Bezirk Voitsberg: 5 Verkehrstote / 235 Verletzte, davon 45 schwer
  • Bezirk Murau: 5 Verkehrstote / 141 Verletzte, davon 35 schwer
  • Bezirk Liezen: 7 Verkehrstote / 510 Verletzte, davon 134 schwer
  • Bezirk Weiz: 7 Verkehrstote / 474 Verletzte, davon 108 schwer
  • Bezirk Graz-Umgebung: 8 Verkehrstote / 917 Verletzte, davon 148 schwer
  • Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 8 Verkehrstote / 440 Verletzte, davon 97 schwer
  • Bezirk Leibnitz: 9 Verkehrstote / 518 Verletzte, davon 97 schwer
  • Steiermark: 68 Verkehrstote / 6.989 Verletzte, davon 1.333 schwer

(Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026)

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert