„Menschenrechte müssen konkret gelebt werden“
Am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember 2025, zeichnete die Stadt Graz die Künstlerin und kulturelle Brückenbauerin Irina Karamarković und den Pädagogen und Gedenkkultur-Historiker Dietmar Dragaric mit dem Grazer Menschenrechtspreis aus.
Der mit 7.000 Euro dotierte Preis wird seit 2007 für besondere Leistungen um die Menschenrechte auf kommunaler Ebene biennal vergeben, heuer zum zehnten Mal. Bürgermeisterin Elke Kahr: „Graz ist die erste Menschenrechtsstadt Europas, aber die Menschenrechte sind jeden Tag auf dem Prüfstand, sie müssen konkret gelebt werden.“
„Mit dem jährlichen Menschenrechtsbericht oder mit dem Beitritt der Stadt Graz zur Europäische Städtekoalition gegen Rassismus werden bewusst viele Zeichen gesetzt, um ganz klar die Haltung unserer Stadt zum Ausdruck zu bringen, wie wir zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Verächtlichmachung von Menschen und Menschengruppen stehen“, so Kahr.
Kahr betonte bei der Überreichung, wie beide Ausgezeichnete sich auf ihre Weise für Menschenrechte eingesetzt haben und einsetzen: Die in Pristina (Kosovo) in eine Musikerfamilie geborene Sängerin, Komponistin und Autorin Irina Karmakovic (geb. 1978), als Vorsitzende des Migrant:innenbeirates für jene 35.000 Grazerinnen und Grazer (15 %), die auf Grund ihrer Herkunft nicht wählen dürfen und Dietmar Dragaric, geboren 1945, der als Pädagoge und Schuldirektor, als Mitglied des Grazer Gemeinderats sowie in ehrenamtlichen Funktionen im Friedensbüro oder die Liga für Menschenrechte unermüdlich für Friedenserziehung, Menschenrechtsbildung und Gewaltprävention sowie Gedenkkultur.
Als Festredner spannte der Diplomat und Osteuropa-Experte Wolfgang Petritsch einen Bogen von der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 als Antwort auf den Schrecken der beiden Weltkriege mit bedeutender Rolle der USA bis zu aktuellen Entwicklungen, in der Menschenrechte wieder infrage gestellt werden und „digital autoritärer Faschismus“ verbreitet und auch in Europa Fuß fasse. Notwendig sei eine Resilienz großen Ausmaßes und ein Bauen an einer Europäischen Union der Menschen „von unten“, das in der unmittelbaren Lebenswelt und gerade in den Städten und Kommunen erfolgen müsse. In diesem Zusammenhang betonte die Bürgermeisterin wiederholt, dass Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, auch an Wahlen teilnehmen können müssen.







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