Corona oder Coronerl

Impfung - wirksame Waffe

Die Zeiten sind kompliziert. Wegen des Ukraine-Kriegs, der Gas-Krise, der Inflation – und obendrein rechnen viele Virologen nicht nur mit erhöhten Corona-Fällen, sondern auch mit einer Grippe-Welle. Es ist deshalb zunächst einmal grundsätzlich richtig, wenn sich die Bundesregierung intensiv mit neuen Regeln für die kommende kalte Jahreszeit auseinandersetzt und diese diskutiert. Aber dieser Winter wird anders als der vor einem Jahr. Die gute Nachricht: Mehr als 80 Prozent der Österreicher tragen bereits Antikörper gegen das Virus in sich. Das Risiko schwerer Verläufe sinkt weiter. Wir können darauf bauen, dass mit diesem gewissen Grundschutz im Herbst und Winter schwere Verläufe im Verhältnis zur Gesamtzahl der Infektionen immer seltener werden. Weiters gibt es auch wirksame Medikamente, wie zum Beispiel Paxlovid. Diese können die Verläufe gut abmildern und man kann sie gezielt bei Risikogruppen einsetzen. Die Impfung ist und war eine wichtige Waffe, um die Gefahren der Pandemie einzudämmen. Offen muss aber auch eines ausgesprochen werden: Der oder die Impfstoffe bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch dreifach Geimpfte erleben, wenn sie sich heute mit Omikron infiziert haben, häufig einen echt unangenehmen Verlauf, mit Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen.

Und leider: Auch eine vierte Impfung schützt nur kurze Zeit vor Ansteckung. Die Daten zeigen, dass bei jüngeren Menschen eine vierte Impfung keinen wesentlichen zusätzlichen Schutz vor einem schweren Verlauf bietet. Hingegen schon bei Menschen, die über 60 oder 70 Jahre sind. Die alte Weisheit gilt da: Viel hilft nicht immer viel. Wenn man sich vor Infektionen schützen will, dann gilt es, in der kalten Jahreszeit Menschenansammlungen zu meiden.

Eine Tatsache ist unbestritten

Die FFP2-Maske schützt vor Infektionen, weil sie Viren aus der Atemluft filtern kann. Unter realen Bedingungen garantiert das aber noch nicht den Nutzen. Da kann der Schutz durchaus versagen. Bei einer falsch aufgesetzten Maske oder bei einem nicht eingehaltenen Abstand ist die Ansteckungsgefahr sogar noch größer. Die Maske kann also eine Ansteckung nicht vollständig eliminieren. Kommt es trotz Maske zu einer Ansteckung, kann sie eine Covid-Erkrankung und ihre Langzeitfolgen abmildern. Sie reduziert nämlich die Erregermenge, die ausgestoßen wird und die andere folglich einatmen können.

Wann ist es also wichtig und richtig, eine Maske zu tragen: in Kliniken und Praxen. Wer sich im Herbst oder Winter noch nicht mit einem Keim infiziert hat, dem kann das bei einem vollen Wartezimmer des Arztes passieren. Mit der hoch ansteckenden Omikron-Linie BA5 ist das Risiko noch einmal stark gestiegen. Und im Krankenhaus oder in der Praxis trifft es dann meist ältere Menschen, die ohnehin schon durch Vorerkrankungen anfälliger dafür sind. Personal und Patienten können sich damit schützen. In Pflegeheimen ist die Gefährdungssituation ähnlich wie in der Ambulanz-Praxis. Nur: Heimbewohner sind meist noch deutlich stärker gefährdet, weil sie häufig sehr alt sind und an diversen Vorerkrankungen leiden. Bei einem Besuch ist es also gut, eine Maske zu tragen, da man auch alle anderen Bewohner schnell anstecken kann.

In Innenräumen – da steigt das Risiko, je kleiner die Räume sind, je länger man sich dort aufhält, je mehr Menschen es sind oder wenn gar gesungen wird. Hier ist die Maske sehr effizient. Im Restaurant ist die Gefahr relativ gering. Höchstens auf der Toilette sind kleine Räume. Da kann es zu einem erhöhten Risiko kommen, weil der Luftaustausch gering ist. Im Supermarkt: Wer hier auf Nummer sicher gehen will, setzt eine Maske auf.

In der Schule war das Tragen einer Maske extrem gegensätzlich diskutiert worden. In Bus und Bahn: Ja, da gilt einfach die Regel – je länger und enger, desto schlechter ist der Luftaustausch, ob Sie nur zehn Minuten fahren oder die Bahnfahrt einige Stunden dauert. Und im Flugzeug ohne Lüftung – und die wird häufig abgestellt – ist dieses nur ein Raum mit vielen Menschen. Das hängt von den Auflagen ab, die die Luftfahrtgesellschaft ihren Passagieren macht.

Wer sich krank fühlt, bleibt zu Hause – das ist die einfachste Regel.

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