Fallzahlen allein erlauben kein korrektes Urteil

Akteure sind blind für mögliche Kollateralschäden einer falschen Strategie

Die Corona-Krise spiegelt die Umgewichtungen in der Medizin durch Globalisierung und Digitalisierung wider. Viele Hausärzte vor Ort saßen zu Beginn der Corona-Pandemie in leeren Praxen und meldeten Kurzarbeit an. Dabei wären sie dem Patienten am nächsten. Sie könnten das individuelle Risiko ihrer Patienten am besten abschätzen. Die WHO-Pandemie-Strategie hat sie „erfolgreich“ an den Rand gedrängt. In der Top-Down-Medizin der WHO spielen die primären Akteure bei Viruserkrankungen, Patienten und Grundversorger (Hausärzte), keine Rolle mehr. Die individuelle Arzt-Patienten-Beziehung wird umgangen. Soziale, politische, medikamentöse, apparative, digitale Technologien und wirtschaftliche Sonderinteressen stehen im Vordergrund. Big data dominiert. Medikamentenhersteller, Labordiagnostiker, Medizintechniker, big-data-Spezialisten, Algorithmus-Apps-Produzenten agieren immer unverschämter an der Arzt-Patienten-Beziehung vorbei. Diese gebärden sich als einzige Experten und werden darin von den führenden Politikern bestärkt.

Das von der Weltmedizin zum Monster empor stilisierte Virus erzeugt Panik. Kriegsrethorik beherrscht das Feld. Wenn man das Immunsystem der Infizierten ausklammert, wird Covid 19 zum alles bedrohenden Feind, den man mit allen Mitteln bekämpfen muss. Kriegspropaganda übertreibt, verzerrt, schaltet gleich, erstickt die Demokratie. Die Vernunft, welche Verluste und Kollateralschäden in Rechnung stellen sollte, setzt aus.

Die Fallzahlen erlauben kein korrektes Urteil über Ausmaß, Verlauf und Gefährlichkeit der Pandemie. 90 Prozent der positiv getesteten „Corona-Fälle“ sind Gesunde oder leicht Erkältete. Die Fallzahl hängt in erster Linie von der Testaktivität ab. Zudem ist unklar, was ein positiver PCR-Test bedeutet: manifeste Erkrankung, stumme, das heißt kompetent abgewehrte Infektion oder Infektiosität? Fallzahlen werden zur Panikmache und zur Rechtfertigung drastischer Maßnahmen missbraucht.

Bei Viruserkrankungen stößt das einfache naturwissenschaftliche Kausalitätsmodell – „eine Ursache erzeugt eine Wirkung“ – an seine Grenzen. Das Modell hat sich als brauchbar erwiesen, solange es lediglich die physikalischen und chemischen Abläufe in der anorganischen Natur abzubilden hatte. Viele technische Innovationen sind ihm zu verdanken. In lebenden Organismen gibt es aber keine einfachen Ursache-Wirkungsbeziehungen. Hier gilt: Aktion erzeugt Reaktion. Die Kausalität Virus erzeugt Grippe, trifft auch beim Corona-Virus nicht zu. Die meisten Infizierten bekommen keine Grippe. Sie bleiben symptomlos. Im Grippe-Geschehen ist das Virus eine wenig bedeutsame Nebensächlichkeit. Fast alles hängt vom infizierten Organismus ab – von seiner Gegenaktion, seiner Abwehr, seinem Immunsystem. Die Leute sterben an der Immunschwäche, nicht am Virus.

Rolle des Immunsystems ausgeblendet

Die Virologen blenden das Wichtigste, den individuellen Organismus mit seinem Immunsystem, weitgehend aus. Sie haben vor allem das Virus im Blick, die Epidemiologen-Statistiken und mathematischen Modelle. Ihr Augenmerk gilt den Gen-Sequenzen des Erregers, den Mutationen, den Testverfahren und biomathematischen Modellrechnungen. Dadurch verkennen sie auf groteske Art, was konkret abläuft.

Kinder und Erwachsene mit gutem Immunsystem erkranken kaum

Der Hausarzt muss viel mehr den Patienten – als das Virus genau kennen. Aus hausärztlicher Sicht ist die Unbeholfenheit der involvierten Wissenschaftler unbegreiflich. Kinder und Erwachsene mit einem guten Immunsystem erkranken kaum an Covid-19. Die Fallzahl allein ist noch keine Erkrankung.

Die Corona-Erkrankung ist nur für Personen mit Vorerkrankungen und ausgeprägter Abwehrschwäche gefährlicher als die Influenza-Grippe. Da bei einer Pandemie drei bis vier Mal so viel Leute erkranken, wie bei der gewöhnlichen Grippe, muss die Risikogruppe von Anfang an wirksam geschützt werden. Das ist leider nicht ausreichend erfolgt.

Kein spezieller Schutz für Risikogruppe

Das Corona-Desaster mit dem drei- oder vierfachen an Todesfällen und Hospitalisierungen im Vergleich zur Grippe geht auf einen doppelten Fehler im WHO-Pandemie-Programm zurück: Es vernachlässigt die Rolle des Immunsystems bei einer Viruserkrankung und setzt in erster Linie auf einen Impfstoff. Das Programm enthält, was kaum thematisiert wird, keinen speziellen Schutz für die Risikogruppe! Explizites Hauptziel ist die Entwicklung einer Impfung. Die Eindämmungsmaßnahmen verlängern die Dauer der Pandemie und dienen nur dem Zeitgewinn, bis eine Impfung entwickelt ist. Der sofortige und vorrangige Schutz der Risikopatienten durch ein hochsicheres Maßnahmensystem (z.B. bei Tropenkrankheiten) wäre das wichtigste Ziel einer vernünftigen Pandemie-Strategie gewesen. Dies nicht professionell und konsequent umzusetzen und auf den Impfstoff zu setzen, war irrational und falsch.

Auch wenn man die Gensequenzen, Eigenschaften und Nachweismethoden des Virus noch nicht kannte: Mit dem Schutz der Risikogruppen hätten sich die Maßnahmen bei Gesunden und allgemeine Lockdowns erübrigt. Ein weiteres zentrales Element einer wirksamen Pandemie-Strategie wäre die Prävention der Immunschwäche. Das heißt Zurückhaltung bei der Verschreibung von Immunsuppressiva – also von Medikamenten, welche die Immunabwehr praktisch schwächen. Vorrang müsste die Stärkung des Immunsystems durch regulative Medizin und komplementärmedizinische Methoden haben.

Individuelle Arzt-Patienten-Beziehung wird umgangen

Die Akteure der WHO-Pandemie-Strategie verfolgen ein einseitig auf den Erreger fixiertes Krankheitskonzept und sind blind für mögliche Kollateralschäden und die negativen Folgen einer falschen Strategie. Impfstoffe, die keine lebenden Erreger enthalten, sind wenig wirksam. Erst recht bei Immungeschwächten. Langfristig dürfte die Wirksamkeit der Impfstoffe unterhalb von 50 Prozent liegen. Die in diese Impfstoffe gesetzten Hoffnungen erinnern an die religiöse Heilserwartung einer Sekte. Die Profiteure werden zu Wohltätern emporstilisiert. Vieles wird noch lange unklar bleiben: Wirken die Impfungen bei Immungeschwächten? Wie lange hält die Wirkung an? Welche sind die langfristigen Risiken? Verhindern sie Übertragungen? So zeichnet sich eine Never-Ending-Story ab.

Gefahr von bedrohlichen Immunreaktionen

An der RNA-Technologie wird im Hinblick auf eine Krebs-Impfung seit 25 Jahren geforscht. Bis zur Corona-Krise ist kein einziger RNA-Impfstoff zugelassen worden. Die größten Risiken der RNA-Technologie sind übermäßige Immunreaktionen, Ödeme, Thrombosen, Autoimmunerkrankungen.

Die lächerlich anmutende, jedoch todernste, hilflose Irrationalität der Corona-Pandemie-Strategie ist eine Folge moderner Lebensvergessenheit. Die wichtigste Waffe gegen Virus-Infektionen ist uns mit dem Leben mitgegeben worden. Gratis und franko. Im Laufe der Evolution haben sich im menschlichen Organismus wirksame Abwehrsysteme gegen schädliche Erreger herausgebildet. Sie funktionieren mit erstaunlicher Sicherheit, wenn sie nicht gestört und geschwächt werden. Es ist lächerlich, zu meinen, wir könnten instinktgebundene und physiologische Lebensprozesse durch technische Intelligenz imitieren oder sogar überbieten. Zu glauben, Distanzregeln, Medikamente, Masken, Testungen, Statistiken, Big Data, digitale Apps und Impfungen seien ein ebenbürtiger Ersatz für das innere Abwehrsystem unseres Organismus, zeugt von unglaublicher Einfalt.

Das Bild des einsamen Papstes im leeren Petersdom, welches an Ostern 2020 durch die Weltmedien geisterte, ist symbolischer Ausdruck für das Versagen eines solchen Weltbildes.

Quelle: Buch „Deglobalisierung“ von Peter Mattmann-Allamand (ProMedia)

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