Garteln für Körper und Seele

Grüne Glücklichmacher – Warum Gartenarbeit mehr sein kann als nur ein Hobby

Beete werden gepflegt, Gemüse gepflanzt, Stauden gegossen. Die Gartensaison ist in vollem Gange. Für viele bedeutet das vor allem eines – Zeit im Freien. Die sich nachweislich auch positiv auf Körper und Psyche auswirkt.

Wie etwa eine Studie der Universität Wageningen zeigt. Nach gezieltem Stress sank der Cortisolspiegel, also das Stresshormon, bei Personen, die gärtnerten, deutlich stärker als bei jenen, die gelesen haben. Auch die Stimmung stabilisierte sich schneller. „Gartenarbeit ist eine der wenigen Aktivitäten, bei denen Bewegung, frische Luft und ein sichtbarer Erfolg ganz natürlich zusammenkommen“, so Lutz Popp vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege.

Bewegung ohne Fitnessdruck

Sportmedizinisch zählt Gartenarbeit zur moderaten körperlichen Aktivität – vergleichbar mit zügigem Gehen oder lockerem Radfahren. Graben, Jäten, Gießen: All das beansprucht Muskeln, Kreislauf und Stoffwechsel, ohne dass es sich wie Sport anfühlt. Wer drei- bis viermal pro Woche im Garten arbeitet, erfüllt dabei ganz nebenbei die Bewegungsempfehlungen der WHO. Zusätzlich verbessern sich langfristig Atemvolumen, Fitness und sogar Stoffwechselwerte.

Entspannung für alle Sinne

Gärtnern ist zugleich ein intensives Naturerlebnis: Vogelstimmen, Blütenduft, Erde unter den Händen, sichtbares Wachstum. Diese Sinnesreize wirken beruhigend, senken Blutdruck und Herzfrequenz und fördern innere Ruhe. Der Aufenthalt im Grünen sorgt damit oft schon nach kurzer Zeit für spürbare Entspannung.

Auch Rückschläge haben positiven Effekt

Neben den körperlichen Effekten spielt auch die psychische Wirkung eine zentrale Rolle. Laut Gartenexperte Andreas Niepel, Präsident der Internationalen Gesellschaft GartenTherapie: Gärtnern aktiviert das Belohnungssystem. Wer sät, pflegt und erntet, erlebt direkte Erfolge – das stärkt Selbstwert und Selbstwirksamkeit. Und auch Rückschläge haben einen positiven Effekt: Sie fördern den Umgang mit Misserfolgen und stärken die seelische Widerstandskraft.

Abschalten durch Tun

Gartenarbeit hilft außerdem beim Abschalten. Die Konzentration auf konkrete Tätigkeiten wie Schneiden, Pflanzen oder Säen unterbricht Grübeln und bringt Struktur in den Alltag. Gleichzeitig werden Feinmotorik und Aufmerksamkeit geschult. „Ein Samenkorn in die Erde zu drücken ist wenig anstrengend, aber eine Herausforderung für die Feinmotorik“, so Birgit Steininger von der Donau-Universität Krems.

Wer regelmäßig gärtnert, tut Körper und Seele also etwas Gutes. Na, dann, werte Leserinnen und Leser – raus in den Garten! Auch das Wetter könnte nicht passender sein …

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