Noch ein Ferrari – oder schon Verrat an einer Legende?

Teils vernichtende Kritik im Netz für den 550.000 Euro teuren ersten Stromer der italienischen Kultmarke

„Luce“, zu Deutsch Licht, nennt sich das neueste Modell von Ferrari, das letzte Woche in Rom vorgestellt wurde. Kein gewöhnliches Modell, sondern das erste Elektroauto der berühmtesten Sportwagenfirma der Welt. Und diese Tatsache spaltet die zahlreichen Ferrari-Liebhaber. Viele Kommentare im Internet sind vernichtend. Vor allem für die von Ex-Apple-Designer Jony Ive entworfene „Außenhaut“ des Elektro-Flitzers. Nur einige Beispiele:

„Enzo würde sich im Grab umdrehen“
„sieht aus wie ein Staubsauger“
„ein iPhone auf Rädern“
„hässlichster Ferrari aller Zeiten“
„wurde mit geschlossenen Augen entworfen“
„Ferrari hat den Tiefpunkt erreicht“
„ein Temu-Ferrari“

Selbst vom langjährigen Ferrari-Sportchef und -Firmenpräsident Luca Cordero di Montezemolo heißt es: „Wenn ich sagen müsste, was ich denke, dann würde ich Ferrari schaden.“ Es bestehe die Gefahr, einen Mythos zu zerstören, „das tut mir sehr leid. Ich hoffe, dass sie wenigstens das springende Pferd von diesem Auto nehmen.“

Dem schließen sich auch die beiden Steirer und Ferrari-Liebhaber Werner Gröbl und „Mister Ferrari“ Heribert Kasper an. „Montezemolo sagt eigentlich alles. Trotzdem werden die Verkaufszahlen es endgültig beweisen und deshalb muss man es noch abwarten“, so Kasper. Er persönlich hätte den jetzigen Ferrari Purosangue zum E-Ferrari zusätzlich gemacht. „Wäre günstiger gewesen, da vorhanden und das Design kommt auch „spannender’ an.“ Damit hätte man den E-Markt von Ferrari-Interessenten leichter einmal checken können.

Bis 2027 ausverkauft

Die Grundstimmung unter den „Ferraristi“ ist gemischt. Vieles dreht sich um das Design und den Identitätsbruch. Aber es gibt durchaus Fans, die den Schritt ins Elektrozeitalter grundsätzlich befürworten. Ferrari selbst spricht beim „Luce“ von einer neuen Designsprache und einem harmonischen Gesamtvolumen. Man sei bereits bis 2027 ausverkauft – mit der ersten Produktionsserie des 1050-PS-Boliden, bestätigt Ferrari-Geschäftsleiter Benedetto Vigna. Rund 550.000 Euro muss man für den viertürigen Fünf-Sitzer hinblättern.

Ist er das wert und ist das noch ein „echter Ferrari“? Urteilen Sie selbst, werte Leserinnen und Leser:


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