„Nächstes Jahr gehen wir 5 Wochen offline“
72.000 Jugendliche in Österreich, der Schweiz und Südtirol, 600 Schulen, drei Wochen ohne Smartphone. Viel Aufmerksamkeit gab es für das diesjährige Handy-Experiment. Wir vom KLIPP begleiteten die Mittelschule Anger bei Weiz, die auch am Handyfasten teilgenommen hat. 94 Schülerinnen und Schüler haben dort ihre Smartphones für drei Wochen abgegeben.
Was ist davon geblieben?
Englisch- und Ethik-Lehrerin Lisa-Marie Ebner, die das Projekt an der MS Anger organisiert, resümiert: „Die Schülerinnen und Schüler nahmen aus dem Experiment mit, dass digitale Medien zwar viele Vorteile bieten, ein bewusster und reflektierter Umgang jedoch wichtig ist. Einige stellten fest, dass sie wieder häufiger persönliche Gespräche führen, sich mehr bewegen oder andere Beschäftigungen finden.“
Apps gelöscht
Es kam aber auch zu konkreten Veränderungen im Nutzungsverhalten selbst. So löschten einige Schülerinnen und Schüler Apps wie Snapchat oder reduzierten ihre Bildschirmzeit deutlich. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass nachhaltige Verhaltensänderungen eine Herausforderung darstellen. „Viele Schülerinnen und Schüler gaben offen zu, nach einiger Zeit wieder in alte Nutzungsmuster zurückgefallen zu sein“, so Ebner, der es auch selbst immer wieder so geht. „Aber gerade die ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Gewohnheiten sehen wir als wichtigen Erfolg des Projekts.“
Insgesamt eine sehr positive Resonanz
Viele Schüler hätten sich sogar einen längeren Zeitraum für das Experiment gewünscht. „Aus diesem Grund planen wir, das Handyexperiment auch im kommenden Schuljahr wieder durchzuführen.“ Man wolle den Zeitraum sogar auf fünf Wochen erweitern, wobei eine Woche in die Ferienzeit fallen soll. Um Erfahrungen auch außerhalb des Schulalltags zu sammeln und den bewussten Umgang mit digitalen Medien im privaten Umfeld stärker in den Fokus zu rücken.
Wenn es also bereits für Erwachsene schwierig ist, eingefahrene Gewohnheiten zu verändern, werde umso deutlicher, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen „Aus meiner Sicht dürfen wir sie daher mit dieser Herausforderung nicht allein lassen“, betont Ebner – die sich schon aufs nächste Jahr freut, wenn die MS Anger wieder gemeinsam offline geht ...
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