Steirische Krankenanstalten sagen Lebensmittelabfällen den Kampf an

In Österreichs Krankenhäusern fallen zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr an. Mit dieser Menge an Lebensmitteln könnte eine Stadt in der Größe von Leoben bis zu 1,5 Jahre lang ernährt werden. Das verbraucht nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern belastet auch das Klima: Die entstehenden CO2-Emissionen entsprechen rund 80.000 Flügen von Graz nach München und retour. Der durchschnittliche Warenverlust durch Lebensmittelabfall spricht ebenso für sich: er liegt in österreichischen Krankenhäusern bei rund 359.000 Euro pro Jahr.

Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderungen bei der Lebensmittelabfallvermeidung, gleichzeitig besteht hier das größte Reduktionspotenzial innerhalb der Außer-Haus-Verpflegung, denn hier betragen die Abfallmengen durchschnittlich 31 Prozent der ausgegebenen Speisemenge. Das Optimieren der Bestellsystematik, das flexible Zu- und Abbestellen von Menübestandteilen und die Bewusstseinsbildung von Mitarbeitern und Patienten sind Schlüssel, um die Abfallmengen in Gesundheitseinrichtungen zu reduzieren.

„Wenn wertvolle Lebensmittel im Müll landen, ist das nicht nur eine unnötige Belastung für unser Klima, sondern auch ein enormer Kostenfaktor“, so Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger. „Öffentlichen Krankenhäusern, die täglich tausende Menschen nicht nur medizinisch, sondern auch kulinarisch versorgen, kommt beim schonenden Umgang mit Ressourcen eine besondere gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu. Umso mehr freut es mich, dass die steirischen Krankenanstalten sowohl bei der Beschaffung von regionalen Lebensmitteln als auch bei der Lebensmittelabfallvermeidung gezielt Maßnahmen setzen und mit gutem Beispiel vorangehen.“

Seit mehreren Jahren setzt das Land Steiermark bereits auf Unterstützungsprogramme für Betriebe bei der Lebensmittelabfallvermeidung. Ein Partner dabei ist die Initiative United Against Waste, die Einrichtungen in der Außer-Haus-Verpflegung – dazu zählen Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäuser oder Betriebskantinen, aber auch Gastronomie und Hotellerie – mit unterschiedlichen Programmen dabei unterstützt, vermeidbare Lebensmittelabfälle wirksam zu reduzieren.

LKH Graz II als Vorreiter

Vorreiter bei der Lebensmittelabfallvermeidung ist das LKH Graz II. Am Hauptstandort werden täglich ca. 3000 Mahlzeiten pro Tag zubereitet – das sind über 1 Million Essen im Jahr. „Durch die Mitbelieferung von drei Außenstandorten muss im Voraus produziert werden – Überproduktion zu vermeiden ist also das Ziel“, berichtet Betriebsdirektor Bernhard Haas. Das LKH Graz II setzt bereits erfolgreich Maßnahmen dazu um: „Die Kombination aus Vorproduktion (Cook & Chill) mit einer Frischproduktion für die Mitarbeiter:innen im Restaurant sorgt für mehr Flexibilität. Patienten bieten wir Wahlmöglichkeiten z.B. beim Salat und auch eine gute bereichsübergreifende Kommunikation zwischen Stationen, Diätologie und Küche, hilft dabei, bedarfsgerechter zu produzieren“, so Haas. Unter jenen 45 Krankenhaus-Standorten, die im 1. Halbjahr 2022 am Lebensmittelabfallmonitoring teilnahmen, zählt das LKH Graz II mit einer Verlustquote von aktuell 20% zum besten Drittel in Österreich.

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