Die Smart City ist eine Botschaft

Ideengeber Mario Müller vom Science Tower: „Ist mehr als die Transformation von Industriegebieten“

Die Baukräne, die Bauzäune, Baufahrzeuge, Bagger, die Leitungsmonteure, die Pflasterer, die Betonierer, die Rohrverleger, und, und – sie alle werden weniger und geben die Straße frei. Die neue Straßenbahnlinie 6 fährt jetzt in die Smart City in Graz. Rundum ist noch vieles im Entstehen.

„Wir befinden uns in einem Intermezzo. Das Finale wird es dann 2024 geben“, zeigt sich Science Tower-Ideengeber Mario Müller doch recht zufrieden. „Das Projekt Smart City ist mehr als eine Transformation von Industriegebieten. Smart City ist eine Botschaft, dass jeder Teil in einem Austausch von einander lernt, was man richtig und falsch macht.“

Die Idee dazu entstand im Rahmen von Forschungsprojekten im Jahre 2010. Die SFL-Unternehmensgruppe des Eigentümers Hans Höllwart betrieb unter der Leitung von Mario Müller in Stallhofen Fassaden- & Gebäudetechnik-Forschung zur Nutzung von erneuerbaren Energien.

„Der Gedanke war, ein Kompetenzzentrum für Gebäude der Zukunft in der Stadt zu schaffen“, so Mario Müller. Die Architektur für das Stadtquartier – völliges Neuland für Graz und Österreich – entwickelte der Kreativ-Kopf Markus Pernthaler. „Wir wollten einen 70 Meter hohen Turm bauen“, spricht der Science Tower-Ideengeber über die Anfangspläne. Im Grazer Stadtplanungsbüro sagte man Nein. Das Projekt wurde radikal gestutzt auf 45 Meter Höhe mit Büro- und Laborflächen. Darüber weitere 15 Meter Fassade und Dachgarten.

Im September 2017 konnte dann SFL-Eigentümer Hans Höllwart nach kräfteraubendem Tauziehen mit der Grazer Stadtbürokratie und Verspätung endlich die Eröffnung feiern. Der Startschuss für die Smart City war damit geglückt. Der Science Tower, ihr Landmark, das weithin sichtbare Zeichen, ist das Fotomotiv dafür. „Der Tower mit dem Roof Top Farming an seiner Spitze ist ein Living Lab. Mit ihm will man die Erkenntnisse gewinnen, was mit einer smarten Fassade und mit der generellen Bereitstellung von dezentraler thermischer und elektrischer Energie möglich ist“, so Mario Müller. Worauf der Physiker wert legt: „Der Turm wird nicht geheizt, sondern konditioniert. Es gibt im Turm keine Hochtemperaturquelle. 200 Meter tiefe Bodensonden tauschen über eine Wärmepumpe die Energie mit dem Tower. Im Sommer wird dem Turm Energie entzogen und im Erdreich gespeichert – im Winter über den natürlichen Wärmespeicher aus dem Boden wieder eingebracht. Es handelt sich um einen Wärme-Pendelspeicher mit Rückgewinnung der sommerlichen Wärme.“

Über ein Notstromaggregat im Tiefgeschoß ist der Science Tower bisher das einzige Gebäude in der Smart City, das im Falle eines Blackouts über mehrere Tage autark weiter betrieben werden kann. Beim Blick aus dem Turm wird Mario Müller nachdenklich: „Noch gibt es zu viel Bauwüste, Grün sollte aber dann am Ende überwiegen. Die Ziele am Anfang waren sehr ambitioniert.“ Aber in Richtung Realisierung gab es dann mehr und mehr Abstriche. „Leider.“ Was die Grund-Idee der Smart City betrifft, habe man die Aufgaben erfüllt. Weil allein der Standort eine Botschaft ist. Den Menschen etwas zu vermitteln, das attraktiv ist, aber auch für sich spricht.

Auch die Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie ist ein wichtiger Schritt – und hat auch eine Symbolik: Sie verbindet die Smart City direkt mit der Technischen Universität.

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