Es ist angerichtet

Grazer Startup entwickelt fermentiertes Superfood

„Kennst du das: Du bist bei der Arbeit, hast keine Zeit zu kochen und trotzdem willst du eine gesunde, warme, vegane Mahlzeit, die noch dazu glutenfrei ist?“ - mit diesem Satz beginnt Neena Gupta-Biener das Promotion-Video der Wortschöpfung Viffff – steht für „Vegetarian International Fermented Functional Food Factory“.

Die gebürtige Inderin hat das Startup gemeinsam mit ihrem Partner Johannes Biener im Jahr 2019 gegründet. „In zweijähriger Forschungsarbeit haben wir ein neues Lebensmittel entwickelt und dieses mittlerweile sogar europaweit präsentiert“, erklärt sie KLIPP gegenüber. „Die Intention war, eine nahrhafte und bekömmliche Speise herzustellen, die nicht nur vegan ist, sondern auch eine vollwertige Mahlzeit darstellt.“

Die Viffffs genannten Knödel basieren auf Hülsenfrüchten und Getreide, die dann in einem komplexen Verfahren fermentiert werden. „Fermentation kennt man ja vom Sauerkraut“, so das Wissenschaftler-Duo. „Sie macht viele Speisen geschmackvoller und vor allem auch bekömmlicher. Und das ist bei unseren Viffffs sehr wichtig, da sie ja einen hohen Hülsenfrüchte-Anteil haben – also Erbsen, Bohnen, Linsen.“ Aufgrund der Fermentierung haben die Knödel aber trotz des hohen Kohlehydratanteils auf den Blutzuckerspiegel keinen Einfluss. „Der Blutzucker schießt also nach dem Essen nicht hoch, was sehr hilfreich für Diabetiker ist und ihnen einige Insulinspritzen erspart“, so Neena Gupta-Biener. Auch Ausdauersportler, die proteinreiche Kost benötigen, profitieren davon. „Die Viffffs sind reich an leicht verdaulichem Eiweiß, enthalten wenig kurzkettige Kohlenhydrate, haben einen niedrigen glykämischen Index, sind fettarm, glutenfrei und fördern die Entwicklung einer gesunden Darmflora“, fasst die Mikrobiologin zusammen.

Ab Dezember werden Viffffs in einer isolierten Mehrwegbox tiefgefroren an die Endverbraucher verschickt. Online kann man diese bereits vorbestellen. Daheim kann man sie entweder im Wasserbad oder in der Mikrowelle erwärmen und hat so nach fünf bis sieben Minuten eine komplette warme Mahlzeit.

Für die Herstellung ihres neuen Lebensmittels hat das Duo eine auf Tiefkühlprodukte spezialisierte Großküche in Wien gewinnen können. „Die Produktion ist ein komplexer, automatisierter und digitaler Prozess. Wir nutzen auch künstliche Intelligenz. Es hat ein ganzes Jahr lang gedauert, bis die Mannschaft trainiert war und wir den Prozess soweit automatisiert hatten, dass wir bis zu 10.000 Teller pro Tag herstellen können“, kommt sie auf die Herausforderung zu sprechen. Derzeit gibt es eine Kürbiskern-Variante und eine Mais-Variante vom Vifffff. „Nächstes Jahr planen wir eine mit Lupinen.“

Wichtig ist den beiden Wissenschaftlern auch der CO2-Fußabdruck. „Wir haben eine nachhaltige Verpackung und beziehen auch unsere Bio-Zutaten soweit wie möglich regional, haben Kooperationen mit Bauern der Region usw.“ So ist das Startup auch Teil der „Climate Initiative“ von Arnold Schwarzenegger. Neena Gupta-Biener: „Wenn er im nächsten Jahr nach Österreich kommt, wird er hoffentlich unsere Viffffs probieren können.“

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