Mayday, Mayday am Flughafen Graz

350 Teilnehmer proben den Notfall, der hoffentlich nie eintreten wird

Der Flug von Graz nach Frankfurt, durchgeführt von Sansiva Airways, kann pünktlich um 14:40 Uhr Richtung Frankfurt starten. Nach einer Flugzeit von rund 20 Minuten meldet der verantwortliche Pilot um 15:00 Uhr der Flugsicherung Graz „Mayday, Mayday“. Das Bremssystem scheint defekt zu sein und es gibt eine leichte Rauchentwicklung im Flugzeug. Er kündigt eine Retourlandung nach Graz an und landet dort mit 39 Passagieren an Bord um 15:20 Uhr aus Richtung Norden. Durch einen sehr hohen Anflugwinkel setzt das Luftfahrzeug erst kurz vor de Rollbahn Bravo auf der Piste auf. Dabei knickt das linke Hauptfahrwerk ein. Das Luftfahrzeug dreht sich Richtung Osten, schlittert über die Graspiste OST und kommt brennend südlich des GAC Hangars zum Stillstand.

Dieses schlimmste Szenario ist zum Glück nur Fiktion und die Annahme der umfassenden Notfallübung Alpha 8, die am Flughafen in Graz mit rund 350 Teilnehmern und 35 Einsatz- und Rettungsfahrzeugen durchgeführt wurde. „Das ist alle zwei Jahre behördlich vorgeschrieben“, verweist Flughafen-Geschäftsführer Wolfgang Grimus auf die Wichtigkeit von Notfallübungen. „Sie verbessern die Kommunikation zwischen den verschiedensten Beteiligten und decken Denk-, Handlungs- und Organisationsfehler oft sehr deutlich und schonungslos auf. Notfallübungen geben aber auch allen Beteiligten halt und Sicherheit für den Ernstfall. Wenn jeder weiß, was er zu tun hat, kommt es allen zugute und reduziert letztendlich die psychische Belastung jedes Einzelnen.“

Flughafen-Geschäftsfüher Wolfgang Grimus im O-Ton:

Unfälle von Luftfahrzeugen sind komplex. Eine Reihe verschiedenster Behörden, Dienststellen und Einsatzorganisationen sind involviert, um alle anfallenden Lösch-, Rettungs- und sonstige notwendigen Maßnahmen zum Wohle der Passagiere, der Crew und schließlich auch der Angehörigen bestmöglich durchführen zu können. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Überprüfung der Alarmpläne und Alarmierungslisten sowie der Notfalleinrichtungen und Informationssysteme u v. m. sind Ziel der Übung.

Rund 47.000 Flugbewegungen verzeichnet man am Flughafen Graz pro Jahr und vor allem nach der langen Corona-Zeit, in der die Kommunikation und Abstimmung eingeschränkt und unpersönlicher war, liegt genau darauf ein großes Augenmerk. Regelmäßige Übungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse tragen wesentlich dazu bei, dass ein möglicher Ernstfall leichter bewältigt werden kann. Denn wie sagt schon ein altes Sprichwort: „Übung macht den Meister.“

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